Bewaffnete Somalische Sicherheitskräfte fahren in einem Pickup an einem Gebäudeteil des belagerten Hotels in Mogadischu vorbei. | REUTERS

Somalia Belagerung von Hotel in Mogadischu beendet

Stand: 21.08.2022 15:21 Uhr

Sicherheitskräfte haben den Angriff auf ein Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu beendet - nach rund 30 Stunden Belagerung. Mindestens 20 Menschen wurden getötet. Die islamistische Al-Shabaab-Miliz reklamierte die Attacke für sich.

Somalische Sicherheitskräfte haben die Belagerung eines Hotels in Mogadischu nach rund 30 Stunden beendet. Gesundheitsminister Ali Haji Adam sprach von 21 Toten und 117 Verletzten, von denen mindestens 15 in kritischem Zustand seien. Es sei zudem denkbar, dass nicht alle Opfer in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Die Belagerung des Hotels sei gegen Mitternacht in der Nacht zum Sonntag zu Ende gegangen, sagte Abdi Hassan Hijar von der Polizei zu Journalisten. "Während der Attacke haben die Sicherheitskräfte mehrere in dem Hotel gefangene Zivilisten gerettet, darunter Frauen und Kinder", sagte er.

Die Angreifer hatten das Hotel am Freitagabend gestürmt. Bei anschließenden Gefechten mit Regierungskräften wurden Augenzeugen zufolge große Teile des Gebäudes zerstört. Immer wieder seien Explosionen zu hören gewesen.

Kritik an Antiterror-Einheit

Zuvor hatte es Kritik an der Art gegeben, wie die Antiterror-Einheit den Einsatz geführt habe. Die vom US-Militär ausgebildete Gruppe soll nach Angaben des Hoteldirektors, auf die sich die Nachrichtenagentur dpa bezieht, schwere Waffen wie Mörsergranaten und andere Sprengkörper verwendet haben. Später habe sie die Leitung der Operation an die Spezialeinheit "Cheetah" abgegeben, die zur somalischen Polizei gehört.

Al-Shabaab reklamiert Angriff für sich

Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab reklamierte den Angriff auf das Hotel in der Nähe des internationalen Flughafens Aden Adde für sich. Unmittelbar vor dem Angriff hatten sich bereits zwei Selbstmordattentäter in zwei Fahrzeugen in die Luft gesprengt.

Die Terroristen waren nach eigenen Angaben außerdem für einen Anschlag mit einer Mörsergranate am Flughafen verantwortlich. Die somalischen Sicherheitsbehörden bestätigten, dass bei dem Anschlag eine Mutter und ihre vier Kinder ums Leben kamen.

Die islamistischen Fundamentalisten von Al-Shabaab kämpfen in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft und kontrollieren nach wie vor Teile des Landes. Immer wieder bekennt sich die Miliz zu Anschlägen. Dies ist der erste großangelegte Terrorakt, seit Somalias neugewählter Präsident Hassan Sheik Mohamud im Mai sein Amt übernahm.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. August 2022 um 10:00 Uhr sowie tagesschau24 um 09:00 Uhr.