Svenja Schulze (SPD), Bundesentwicklungsministerin, kommt zu einem Treffen mit bolivianischen Politikern. | dpa

COP27 Schulze fordert mehr Hilfen für arme Länder

Stand: 12.11.2022 23:28 Uhr

Industriestaaten müssten vom Klimawandel besonders betroffene Länder mehr unterstützen, fordert Entwicklungsministerin Schulze. Deutschland wolle sich für einen "globalen Schutzschirm" einsetzen. Unklar ist, wer dazu wie viel beiträgt.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze verlangt mehr Hilfen für arme Länder, die unter Folgen des Klimawandels leiden. So müssten sich mehr Staaten an dem geplanten Schutzschirm beteiligen, sagte Schulze der "Süddeutschen Zeitung". Sie reist heute zur Weltklimakonferenz nach Sharm El-Sheikh in Ägypten.

Sie forderte, dass "noch mehr Industriestaaten dazukommen" müssten, "oder auch große Verursacher wie China". Gemeinsam mit der Gruppe der 20 besonders gefährdeten Staaten will Schulze zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche am Montag den "Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken" an den Start bringen. Aus dem neuen Finanztopf sollen schnelle Hilfen an Leidtragende klimabedingter Katastrophen fließen.  

170 Millionen Anschubfinanzierung aus Deutschland

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte den Schutzschirm vor wenigen Tagen bei der Klimakonferenz vorgestellt. Das Büro dafür soll in Frankfurt am Main entstehen, Deutschland stellt 170 Millionen Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung. Welche Länder sich sonst noch mit wie viel Geld beteiligen, ist unklar.

Die besonders stark von Katastrophen wie Wirbelstürmen, Dürren oder Fluten betroffenen Ländern haben sich bereits vor einigen Jahren in der V20 organisiert, der inzwischen 58 Staaten in Afrika, Asien, im Pazifik und in Lateinamerika angehören. Der Schutzschirm solle helfen, gegenüber Entwicklungsländern Glaubwürdigkeit zu erlangen.

Hilfe auf dem Weg zur Klimaneutralität

"Vertrauen baut man auf, indem man tut, was man sagt", sagte Schulze. Zugleich verteidigte die SPD-Politikerin die Pläne einiger Entwicklungsländer, neue Gasvorkommen zu erschließen. "Was besser daran sein soll, Gas teuer aus Russland zu kaufen, statt es selbst aus dem Boden zu holen, das hat mir noch keiner erklären können", sagte Schulze. "Die Haltung, einfach zu sagen, für uns ist es okay, aber für euch nicht - das ist schon grenzwertig." Lieber wolle man Staaten dabei unterstützen, sich auf den Weg zur Klimaneutralität zu machen.

Am Freitag hatte US-Präsident Joe Biden vor der Weltklimakonferenz versprochen, das ausgerufene Klimaschutzziel der USA einzuhalten und entschlossen gegen die Erderwärmung zu kämpfen. Die Konferenz läuft bis Ende kommender Woche.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. November 2022 um 07:40 Uhr.