Nach einer Geiselnahme in Nigeria kümmern sich Eltern um ihre freigelassenen Kinder | AP

Nach Entführung in Nigeria 28 Schulkinder freigelassen

Stand: 25.07.2021 21:49 Uhr

Anfang Juli hatten Bewaffnete in Nigeria mehr als 120 Schüler entführt. Jetzt sind 28 von ihnen wieder frei. Lösegeld wurde offenbar nicht bezahlt. Mindestens 80 Kinder sind jedoch weiter in den Händen der Kidnapper.

Nach der Entführung von mehr als 120 Schülern im westafrikanischen Nigeria Anfang Juli sind 28 Schulkinder wieder in Freiheit. Mindestens 80 weitere Kinder seien aber nach wie vor in der Gewalt der Entführer, teilte die Polizei mit. Man habe die freigelassenen Kinder im Dorf Sabon Gaya aufgefunden, sagter der Polizeisprecher des Bundesstaates Kaduna.

Keine Lösegeldzahlung

Laut nigerianischer Regierung hatten am 5. Juli schwerbewaffnete Männer die Bethel Baptist High School in der Ortschaft Damishi angegriffen und die Kinder entführt. Eine erste Gruppe von 28 Kindern kam bereits wenige Tage nach der Tat frei. Nun hätten die Kidnapper weitere 28 von ihnen in Damishi abgesetzt, sagte der Präsident der Baptistengemeinschaft Nigerias, Israel Akanji, lokalen Journalisten. Die Kirche habe kein Lösegeld gezahlt. Die betroffene Schule ist bis auf weiteres geschlossen.

Zehntes Kidnapping seit Dezember

Größere Kindesentführungen im Zusammenhang mit Überfällen auf Schulen kommen in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, häufig vor. Dahinter stecken sowohl islamistische Terroristengruppen wie Boko Haram, als auch kriminelle Banden, die Lösegeld erpressen wollen. Der spektakulärste Fall ereignete sich 2014, als Boko Haram 276 Schülerinnen entführte. Der aktuelle Entführungsfall ist bereits der zehnte seit vergangenen Dezember. Seither sind mehr als 700 Kinder und Studenten gekidnappt worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Juli 2021 um 21:15 Uhr.