Karte Nigeria mit Zamfara

Nigeria Mehr als 70 Schulkinder entführt

Stand: 02.09.2021 10:05 Uhr

Erneut sind in Nigeria zahlreiche Schülerinnen und Schüler entführt worden: Bewaffnete Angreifer drangen laut Polizei in eine Schule ein und verschleppten 73 Kinder. Die Behörden verhängten eine nächtliche Ausgangssperre.

Im westafrikanischen Nigeria sind 73 Schulkinder von bewaffneten Männern entführt worden. Zahlreiche Angreifer drangen nach Angaben der Polizei in eine Oberschule im Bundesstaat Zamfara ein und verschleppten die Schülerinnen und Schüler. Identität und Motiv der Täter waren zunächst unklar. Als Reaktion auf die Entführung ließ die Regierung des Bundesstaates alle Grund- und Sekundarschulen schließen und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre.

Erst am Freitag waren 32 verschleppte Schüler einer Baptisten-Schule in Kaduna befreit worden. 31 weitere befanden sich noch in der Gewalt der Entführer. Am Donnerstag waren 92 Schüler befreit worden, die vor rund drei Monaten aus einer islamischen Schule im Bundesstaat Niger entführt worden waren.

Immer mehr Entführungen in den vergangenen Monaten

Größere Kindesentführungen im Zusammenhang mit Überfällen auf Schulen kommen im bevölkerungsreichsten Land Afrikas häufig vor. Dahinter stecken sowohl islamistische Terroristengruppen wie Boko Haram als auch kriminelle Banden, die Lösegeld erpressen wollen.

Seit Anfang des Jahres haben die Verschleppungen drastisch zugenommen. Behörden schätzen, dass seit Dezember 2020 rund 1000 Kinder entführt wurden. Viele der Jungen und Mädchen bleiben spurlos verschwunden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. September 2021 um 06:04 Uhr.