Eine Frau steht neben dem Schild einer Schule in Nigeria. | AFP

Angriff auf ein Internat 140 Schulkinder in Nigeria entführt

Stand: 05.07.2021 17:10 Uhr

Seit Jahren mehren sich in Nigeria Angriffe krimineller Banden. Sie entführen Schulkinder und Studenten, um Lösegeld zu erpressen. Nun wurden wieder 140 Kinder verschleppt.

Von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Nordwestafrika

Im westafrikanischen Nigeria sind wieder Schulkinder entführt worden. Das meldet die französische Nachrichtenagentur AFP. 140 Schulkinder sollen nach Angaben eines Lehrers gewaltsam aus einem Internat im Nordwesten des Landes gekidnappt worden sein.

Dunja Sadaqi ARD-Studio Rabat

Bewaffnete Angreifer kletterten über den Zaun

Ein Lehrer des Internats im Bundesstaat Kaduna teilte mit, bewaffnete Angreifer seien am Morgen über den Zaun geklettert. Im Internat hatten sich laut Lehrkräften insgesamt 165 Kinder und Jugendliche aufgehalten, 25 konnten vor den Entführern fliehen. Auch die Polizei vor Ort bestätigte die Entführung. Angaben zur Zahl der gekidnappten Schulkinder machte die Polizei nicht. Laut den Beamten läuft bereits eine Rettungsaktion. 

Banden wollen Lösegeld erpressen

Im Norden und im Zentrum Nigerias haben kriminelle Banden in letzter Zeit immer häufiger gezielt junge Menschen entführt - allein in den vergangenen acht Monaten mehr als tausend Schulkinder und Studierende. Einige werden von ihren Entführern noch immer festgehalten.

Die kriminellen Banden handeln laut nigerianischen Behörden aus finanziellen Gründen und wollen Lösegeld erpressen. In Nigeria wächst die Sorge, dass sie mit Extremisten kooperieren könnten, die seit Jahren Anschläge verüben und einen islamistischen Staat im Nordosten Nigerias errichten wollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2021 um 16:00 Uhr.