Ein leeres Klassenzimmer der Government Girls Junior Secondary School nach einem Angriff von Bewaffneten in Jangebe, Nigeria (Archivbild Februar 2021) | picture alliance / ASSOCIATED PR

Nigeria Bewaffnete entführen Kinder aus Schule

Stand: 31.05.2021 10:29 Uhr

In Nigeria hat es erneut eine Massenentführung gegeben. Bewaffnete Angreifer verschleppten Kinder aus einer Koranschule in der Stadt Tegina im Norden des Landes. Die genaue Zahl der Verschleppten ist unklar.

Angreifer haben in Nigeria zahlreiche Kinder aus einer Koranschule entführt. Eine noch unbekannte Zahl von Schülern sei aus der Koranschule Salihu Tanko in der Stadt Tegina entführt worden, erklärte die Regierung des nigerianischen Bundesstaates Niger auf Twitter.

Die Entführer hätten elf Kinder wieder freigelassen, die offenbar zu klein gewesen seien. Zum Zeitpunkt des Angriffs seien rund 200 Kinder in der Schule gewesen, einige von ihnen hätten jedoch fliehen können, teilte einer der Schulleiter mit, der anonym bleiben wollte. Auch nigerianische Medien sprachen von bis 200 gekidnappten Kindern.

Ein Toter bei Angriff auf Stadtbewohner

Nach Angaben der Polizei wurde ein Bewohner der Stadt Tegina bei dem Angriff getötet. Demnach schossen die auf Motorrädern fahrenden Angreifer wahllos in die Gegend, bevor sie die Schulkinder entführten.

Nigers Governeur Sani Bello wies die Sicherheitskräfte nach Angaben seiner Regierung an, die entführten Schulkinder "so schnell wie möglich" zu befreien.

Entführte Studenten gerade freigekommen

Erst am Samstag war eine Gruppe von 14 entführten Studenten und Universitätsmitarbeitern in Nigeria nach über einem Monat Geiselhaft wieder freigekommen. Die Studenten und Angestellten der Greenfield Universität in Kaduna waren am 20. April von unbekannten Bewaffneten entführt worden.

Bei dem Angriff wurde ein Mitarbeiter der Hochschule getötet. Fünf der Studenten ermordeten die Entführer kurz nach dem Überfall auf die Universität, um ihren Lösegeldforderungen Nachdruck zu verleihen.

Im vergangenen Februar hatten Bewaffnete 27 Schüler verschleppt und einen von ihnen getötet.

Seit Jahren mehren sich im Norden und Zentrum Nigerias die Angriffe krimineller Banden. Die von den Behörden als "Banditen" bezeichneten Gruppierungen entführen Schulkinder und Studenten, um Lösegeld zu erpressen und sind auch für Plünderungen und Viehdiebstähle verantwortlich.

Der spektakulärste Fall ereignete sich 2014, als die islamistische Terrormiliz Boko Haram 276 Schülerinnen entführte.

Seit Dezember 2020 wurden 730 Kinder und Studenten entführt. Die Banden handeln vornehmlich aus finanziellen Motiven. Es gibt jedoch wachsende Bedenken, dass sie mit Dschihadisten kooperieren könnten. Diese kämpfen seit Jahren für einen islamistischen Staat im Nordosten Nigerias.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Mai 2021 um 09:00 Uhr.