In der Stadt Antsirabe auf Madagaskar hat der Zyklon "Batsirai" zahlreiche Bäume umgerissen. | AFP

Madagaskar Mehrere Tote nach Zyklon "Batsirai"

Stand: 06.02.2022 20:30 Uhr

Die Behörden sprechen von mindestens zehn Todesopfern auf Madagaskar. Der Zyklon "Batsirai" war in der Nacht zum Sonntag über die Insel gefegt. Noch ist das gesamte Ausmaß der Zerstörung nicht absehbar.

Durch den tropischen Wirbelsturm "Batsirai" sind auf der vor Afrikas Ostküste liegenden Insel Madagaskar mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, wie die Behörden mitteilten. "Batsirai" fegte in der Nacht zum Sonntag vor allem über den Osten und Süden der Insel. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Strommasten und Bäume knickten um. Befürchtet werden zudem heftige Überschwemmungen.

Rund 40.000 Inselbewohner hatten in der betroffenen Region die Nacht in Notunterkünften verbracht. Hilfsorganisationen befürchten nachhaltige Schäden, da die Menschen dort noch immer unter den verheerenden Zerstörungen eines vorangegangenen Wirbelsturms leiden.

Wegen des Zyklon "Batsirai" haben mehrere Einwohner der Stadt Fianarantsoa auf Madagaskar Zuflucht in einer Sporthallte gesucht. | REUTERS

Wie hier in der Stadt Fianarantsoa haben zahlreiche Menschen auf Madagaskar die Nacht in Notunterkünften verbracht. Bild: REUTERS

"Die Menschen benötigen dringend unsere Hilfe"

"Einige Ortschaften wurden weitgehend zerstört. Doch das gesamte Ausmaß der Zerstörung zeichnet sich noch nicht ab", berichtete Gaby Rakotondrabe, Mitarbeiter der Nothilfe in Madagaskar von Malteser International. Das Unwetter sei noch immer nicht vorbei. "Der Wind ist zwar abgeschwächt, aber nun folgen schwere Regenfälle. Die Menschen in Madagaskar benötigen dringend unsere Hilfe", so Rakotondrabe.

Das Technische Hilfswerk (THW) reagierte nach eigenen Angaben auf ein internationales Hilfeersuchen aus Madagaskar und entsandte erste Hilfskräfte. Das Bundesinnenministerium habe auf Bitte des Auswärtigen Amtes den Einsatzauftrag zur Entsendung eines fünfköpfigen Vorausteams erteilt, teilte das THW in einer Erklärung mit. "Unser Team hilft, konkrete Bedarfe zu ermitteln und die Abläufe zu strukturieren" erklärte THW-Präsident Gerd Friedsam.

Windgeschwindigkeiten bis zu 235 Kilometer pro Stunde

"Batsirai" hatte laut Wetterdienst am späten Samstagabend die Insel im Norden der Mananjary-Region mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 165 Kilometern pro Stunde erreicht - teilweise wurden auch 235 Kilometer pro Stunde gemessen. Bis zum Sonntagmorgen schwächte sich "Batsirai" etwas ab. Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo nach Angaben des UN-Nothilfebüros (OCHA) mindestens ein Mensch ums Leben kam.

Der Süden von Afrika befindet sich derzeit in der sommerlichen Zyklon-Saison, die bis März oder April schwere Stürme und Niederschläge mit sich bringen kann. Erst vor gut einer Woche hatte der Tropensturm "Ana" in Madagaskar sowie in Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia schwere Verwüstungen angerichtet. Viele Gebäude - darunter Schulen - und Felder wurden zerstört, zahlreiche Menschen wurden obdachlos.

Die Karte zeigt die Länder, in denen der Zyklon Batsirai und zuvor der Sturm Ana unterwegs war.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2022 um 09:00 Uhr.