Ebola-Ausbruch in Afrika: Das Personal in einem Krankenhaus in Guinea trägt Schutzkleidung.  | AFP

Erste Fälle seit fünf Jahren Furcht vor Ebola-Epidemie in Guinea

Stand: 14.02.2021 14:49 Uhr

In westafrikanischen Guinea haben sich acht Menschen nachweislich mit Ebola infiziert. Drei sind gestorben. Die WHO reagierte mit Sorge und kündigt Maßnahmen an, um eine möglich Epidemie einzudämmen.

Inmitten der Corona-Pandemie kommt im westafrikanischen Guinea die Furcht vor einem neuen Ebola-Ausbruch auf. Im Südosten des Landes seien acht neue Ansteckungen aufgetreten und damit die ersten Fälle seit rund fünf Jahren, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Drei der Infizierten seien gestorben, die fünf übrigen seien in Behandlungszentren isoliert worden. Die Gesundheitsbehörde spricht bereits von einer Epidemie.

Alle acht Menschen hätten seit der Teilnahme an einer Beerdigung am 1. Februar an Durchfall, Erbrechen und Blutungen gelitten und seien positiv auf das Virus getestet worden. Ob die bei der Trauerfeier beerdigte Krankenschwester ebenfalls an Ebola erkrankt gewesen ist, war unklar.

Tausende Tote in vier Jahren

Die Fälle schüren die Furcht vor einem neuen Ebola-Ausbruch in Westafrika. Bei dem bislang weltweit schwersten Ausbruch von 2013 bis 2016 waren in der Region mindestens 11.300 Menschen gestorben, die meisten davon in Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Auch aus der Demokratischen Republik Kongo wurden kürzlich drei neue Ebola-Fälle gemeldet, nachdem der zentralafrikanische Staat erst im Juni nach fast zwei Jahren und mehr als 2200 Todesfällen einen großen Ausbruch im östlichen Landesteil für überwunden erklärt hatte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erläuterte zwar, dass das sporadische Auftreten einzelner Fälle nach einem großen Ausbruch nicht ungewöhnlich sei. WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti kündigte dennoch an, die Organisation werde ihre Maßnahmen gegen ein mögliches Wiederaufleben der Epidemie erhöhen.

Globaler Vorratsspeicher

Guinea will die WHO und andere internationale Einrichtungen um Hilfe bei der Beschaffung von Impfstoffen bitten. Fortschritte bei Vakzinen und den Behandlungsmöglichkeiten haben die Überlebenschanchen bei einer Ebola-Erkrankung in den vergangenen Jahren stark verbessert.

Ebola ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die häufig tödlich verläuft. Es gibt kein spezifisches Heilmittel, jedoch werden seit 2019 Impfstoffe eingesetzt. Die WHO hatte Mitte Januar angekündigt, einen globalen Vorratsspeicher mit bis zu einer halben Million Impfdosen anlegen zu wollen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Februar 2021 um 08:11 Uhr.