Das Logo der WHO am Hauptsitz der Organisation in Genf. | AFP

Fall in der Elfenbeinküste Ebola-Ausbruch besorgt WHO

Stand: 15.08.2021 04:01 Uhr

In der westafrikanischen Elfenbeinküste ist der erste Ebola-Fall seit 25 Jahren aufgetreten. Eine junge Frau aus dem Nachbarland Guinea sei infiziert, hieß es. Die WHO nannte den Fall "extrem besorgniserregend".

Erstmals seit 25 Jahren ist in der Elfenbeinküste eine Ebola-Infektion aufgetreten. Der Fall wurde aus der ivorischen Metropole Abidjan gemeldet, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Die positive Probe stammte von einer 18-Jährigen aus dem Nachbarland Guinea, sagte der ivorische Gesundheitsminister Pierre Demba dem staatlichen Fernsehsender RTI. Laut WHO reiste sie am 12. August ein und liegt aktuell mit Fieber im Krankenhaus. Es handele sich um "einen isolierten und eingeschleppten Fall", betonte der Minister.

WHO: "Extrem besorgniserregend"

Das Auftreten der Infektion in der Vier-Millionen-Einwohner-Metropole sei "extrem besorgniserregend", erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Allerdings verfüge der Kontinent über Kenntnisse und Mittel gegen Ebola und die Elfenbeinküste könne davon profitieren.

Die WHO sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Fall mit einem Ebola-Ausbruch in Guinea zu Beginn des Jahres in Verbindung steht. Erst am 19. Juni hatten das Land und die WHO die zweite Ebola-Epidemie in Guinea offiziell für beendet erklärt. Zuletzt war dort auch das lebensgefährliche Marburg-Fieber aufgetreten. Laut WHO war dies der bisher erste Fall der Krankheit überhaupt in Westafrika.

Elfenbeinküste besitzt Impfstoff

Inzwischen besteht die Möglichkeit einer Impfung gegen das Ebolavirus. Laut Gesundheitsminister Demba verfügt sein Land bereits über den Impfstoff. Die WHO erklärte, 5000 Dosen des Ebola-Vakzins, die für den Kampf gegen die Epidemie in Guinea vorgesehen gewesen seien, würden in die Elfenbeinküste gebracht.

Die Elfenbeinküste grenzt an Guinea und Liberia, die 2014 und 2016 unter schweren Ebola-Epidemien zu leiden hatten. Dennoch war in der Elfenbeinküste seit 1994 kein Infektionsfall mehr festgestellt worden. Damals hatte sich ein Wissenschaftler bei Schimpansen angesteckt.

Ebola-Kranke leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten. Bei den bisherigen Ebola-Epidemien betrug die Todesrate laut WHO zwischen 25 und 90 Prozent.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 15. August 2021 um 07:30 Uhr.