Karte mit DR Kongo und Nord-Kivu

Demokratische Republik Kongo Mehrere Tote nach Rebellenangriff

Stand: 23.01.2023 15:21 Uhr

Rebellen haben im Osten der Demokratischen Republik Kongo ein Dorf angegriffen. Dabei wurden laut Behörden mindestens 20 Menschen getötet. Erst vergangene Woche waren in einer benachbarten Provinz Massengräber entdeckt worden.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind laut Behördenangaben mindestens 20 Zivilisten bei einem Rebellenangriff getötet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Dem Angriff auf das Dorf Makungwe in der Region Nord-Kivu gingen demnach seit Jahresbeginn mehrere Überfälle auf verschiedene Dörfer in der Region voraus.

Laut dem kongolesischen Armeesprecher Anthony Mwalwishay soll die Rebellengruppe ADF für die Angriffe verantwortlich sein, die mittlerweile zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gezählt wird. Bereits Mitte Januar hatte die kongolesische Regierung die ADF für einen Bombenanschlag auf eine Kirche im Osten des Landes verantwortlich gemacht. Bei dem Terroranschlag waren rund zehn Menschen getötet worden.

Vermehrte Angriffe auch in Provinz Ituri

Laut der Hilfsorganisation "Aktion gegen den Hunger" spitzt sich die Situation auch in der benachbarten Provinz Ituri zu. Seit Anfang des Jahres habe es auch dort vermehrt tödliche Angriffe auf Flüchtlingslager durch Milizen gegeben. Humanitäre Helfer hätten evakuiert werden müssen, da ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Erst vergangene Woche hatten UN-Friedenstruppen in zwei Dörfern der Provinz Ituri Massengräber mit insgesamt 49 toten Zivilisten entdeckt. Darunter waren auch Kinder. Zuvor hatte es Angriffe gegeben, für die lokale Milizen verantwortlich gemacht werden.

Mittlerweile gibt es laut "Aktion gegen den Hunger" 1,5 Millionen Binnenvertriebene in der Region Ituri. Der Osten der DR Kongo gehört zu den gefährlichsten Regionen weltweit. Nach Angaben der USA sollen dort etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv sein. Die neuerliche Gewalt kommt wenige Tage vor einem Besuch von Papst Franziskus in der Hauptstadt Kinshasa.