Der Sarg von Idriss Deby wird von Soldaten gehoben | AP

Getöteter Präsident des Tschad Trauerfeier für Idriss Déby

Stand: 23.04.2021 14:44 Uhr

Im Tschad ist der getötete Präsident Déby beigesetzt worden. Als einziges westliches Staatsoberhaupt nahm Frankreichs Präsident Macron an der Zeremonie teil. Déby war Partner im Kampf gegen Terrorismus.

Von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Rabat

Im zentralafrikanischen Tschad hat heute die Trauerfeier des überraschend verstorbenen Langzeit-Präsidenten Idriss Déby stattgefunden. Laut Armee-Angaben starb der 68 Jahre alte Déby Anfang der Woche, nachdem er bei Kämpfen gegen islamistische Rebellen im Norden am Wochenende schwer verletzt worden war. Neben afrikanischen Staatschefs nahm auch der französische Präsident Emmanuel Macron an der Trauerfeier im Tschad Teil - als einziges westliches Staatsoberhaupt.

Dunja Sadaqi ARD-Studio Rabat

Verbündeter Frankreichs

Der Tschad ist der stärkste Verbündete der Franzosen im Anti-Terror-Einsatz in der Region. In der Hauptstadt N’Djamena hat auch die französische Militär-Anti-Terror Einheit Barkhane ihr Hauptquartier. Die Franzosen hatten dem Tschad schon in der Vergangenheit gegen Rebellen-Angriffe militärisch unterstützt.

Nach Präsident Débys Tod hat nun sein Sohn an der Spitze eines Übergangs-Militärrats die Macht übernommen. Parlament und Regierung wurden aufgelöst. Nach 18 Monaten soll es laut Armee-Angaben Neuwahlen geben. Die Opposition bezeichnet das als verfassungswidrig, sie spricht von einem "Staatsstreich".

 Bundeswehr in der Region im Einsatz

Präsident Déby galt als wichtiger Partner für afrikanische und westliche Staaten im Kampf gegen den Terrorismus in der Region und gegen illegale Migration. Die sogenannte Sahelzone wird immer stärker von Gewalt und Terrorismus bedroht - auch die Bundeswehr ist in der Region im Einsatz.

Laut einem Kommuniqué der Rebellen im Norden Tschads haben französische Luftstreitkräfte in den vergangenen beiden Tagen Stützpunkte der Rebellen bombardiert. Dabei soll der Anführer der Rebellen getötet worden sein. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2021 um 19:00 Uhr.