Roch Marc Christian Kaboré | dpa

Burkina Faso EU verlangt Freilassung von Präsident Kaboré

Stand: 26.01.2022 16:41 Uhr

Die EU hat den Militärputsch in Burkina Faso verurteilt und die sofortige Freilassung des Präsidenten gefordert. Kaboré wurde am Montag von der Armee festgenommen. Die Bundeswehr legte ihr Engagement vor Ort inzwischen auf Eis.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat vom Militär in Burkina Faso die sofortige Freilassung von Präsident Roch Marc Kaboré verlangt, ebenso die aller weiteren illegal Festgenommenen.

Borrell erklärte, die verfassungsmäßige Ordnung müsse wieder hergestellt werden, anderenfalls habe dies sofortige Konsequenzen für die Partnerschaft mit dem Land. Welche dies sein könnten, ließ er offen. Die Europäische Union verurteile den Staatsstreich, hieß es weiter.

Der EU-Außenbeauftragte Joseph Borrell mit Maske im Gespräch. | AP

Der EU-Außenbeauftragte Joseph Borrell Bild: AP

Die Armee von Burkina Faso hatte am Montag die Macht in dem Land übernommen, den Präsidenten festgenommen sowie die Verfassung für außer Kraft gesetzt erklärt. Grund für den Putsch sei vor allem die verschlechterte Sicherheitslage, so ein Militärsprecher. Chef der neuen Machthaber ist der 41-jährige Oberstleutnant Paul-Henri Sandaogo Damiba.

Bundeswehr stoppt Zusammenarbeit

Derweil hat die Bundeswehr erklärt, ihre Zusammenarbeit mit Burkina Faso auszusetzen. Derzeit befindet sich noch ein Berater-Team der Bundeswehr vor Ort, dies sei aber nicht mehr aktiv und warte auf weitere Befehle, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch Pläne, Ausbilder der Bundeswehr von Mali nach Burkina Faso zu schicken, seien auf Eis gelegt.

Momentan würden sämtliche Unterstützungsleistungen, die direkt an staatliche burkinische Stelle gingen, überprüft und entsprechend angepasst, so der Sprecher des Ministeriums. Er verurteilte die Machtübernahme durch das Militär.

In Burkina Faso herrscht eine Situation, die auch unsere Sicherheitsinteressen in Europa betrifft.

Derweil haben sich die Regierungschefs der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) darauf geeinigt, auf einem außerordentlichen Treffen am Freitag über die Situationen in Burkina Faso und Mali zu beraten. Das bestätigte der Informationsminister der Elfenbeinküste.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2022 um 16:00 Uhr.