Karte von Burkina Faso mit Solhan

Burkina Faso Mehr als 130 Tote bei Angriff auf Dorf

Stand: 06.06.2021 00:48 Uhr

Bei einem Angriff auf ein Dorf in Burkina Faso sind mehr als 130 Menschen getötet worden. Bei einem Überfall auf ein weiteres Dorf gab es ebenfalls Tote. UN-Generalsekretär Guterres zeigte sich erschüttert.

Bei einem Angriff mutmaßlicher Dschihadisten im Norden von Burkina Faso sind mindestens 138 Menschen getötet worden. Präsident Roch Marc Christian Kaboré verurteilte den nächtlichen Überfall auf das Dorf Solhan als eine barbarische Tat. Auch UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich erschüttert.

Bei dem Überfall in der Provinz Yagha handele es sich um die blutigste Attacke seit dem Beginn der dschihadistischen Gewalt im Jahr 2015, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Zahl der Toten könne noch steigen. Die Bewaffneten hätten zudem mehrere Häuser und den Markt niedergebrannt.

Unter den Toten seien "Männer und Frauen unterschiedlichen Alters", teilten die Behörden mit. Demnach hatten die Angreifer zunächst einen Posten von Armee-Unterstützern attackiert. Anschließend seien sie auch auf Häuser von Zivilisten losgegangen und hätten deren Bewohner hingerichtet. Kaboré ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Mindestens 14 Tote bei weiterem Angriff

Zuvor hatten Sicherheitskreise aus Burkina Faso einen Angriff auf das nahe der Grenzen zu Mali und Niger gelegenen Dorf Tadaryat gemeldet, bei dem mindestens 14 Menschen getötet worden waren, darunter 13 Zivilisten. Nach Angaben einer örtlichen Quelle kam es in Tadaryat auch zu Plünderungen; unter anderem raubten die Angreifer demnach Vieh und Motorräder.

Der Sahel-Staat Burkina Faso wird immer wieder von islamistischen Gruppierungen heimgesucht, die aus dem benachbarten Mali ins Land eindringen. Seit 2015 fielen bereits mehr als 1300 Menschen der Gewalt zum Opfer, Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2021 um 18:00 Uhr.