Christophe Dabiré  | AFP

Nach islamistischen Attacken Burkina Fasos Regierung zurückgetreten

Stand: 09.12.2021 13:57 Uhr

Burkina Fasos Präsident Kaboré hat die Regierung aufgelöst. Hintergrund sind anhaltende Erschütterungen durch militante Islamisten, die Ministerpräsident Dabiré nicht unter Kontrolle bekam.

Im westafrikanischen Burkina Faso ist die Regierung angesichts wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die schlechte Sicherheitslage im Land und anhaltender Angriffe militanter Islamistengruppen zurückgetreten.

Wie das Staatsfernsehen am Mittwoch berichtete, entließ Präsident Roch Marc Christian Kaboré Ministerpräsident Christophe Marie Joseph Dabiré, der zuvor sein Rücktrittsgesuch eingereicht hatte - ob dies auf Drängen des Präsidenten geschah, ist unklar.

Durch den Schritt wurde in Burkina Faso automatisch auch die Regierung aufgelöst, Dabiré soll die Regierungsgeschäfte allerdings bis zur Bildung einer neuen Regierung weiterführen. Präsident Kaboré rief in sozialen Medien zur Einheit im Land auf.

Sinnbild für Terror im Sahel

Burkina Faso ist zum Sinnbild für den sich ausbreitenden Terror in der sogenannten Sahelzone geworden. Seit 2015 kommt es dort immer wieder zu extremistischen Anschlägen, außerdem verschlechtert sich die Sicherheitslage aufgrund krimineller Banden und ethnischer Konflikte. 

Im Land und den Nachbarstaaten Niger, Mali und Nigeria sind zahlreiche Milizen aktiv, darunter auch Gruppen, die sich den Terrornetzwerken Al Kaida und "Islamischer Staat" (IS) zugehörig fühlen.

Unzufriedenheit mit Kaboré

Im November wurden bei einem Angriff im der Provinz Soum in Norden Burkina Fasos mindestens 57 Menschen getötet, unter ihnen 53 Sicherheitskräfte. Sie hatten zuvor auf prekäre Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht. Auch deswegen wird die Kritik an der Regierung lauter. Präsident Kaboré war vor einem Jahr mit dem Versprechen wiedergewählt worden, die Sicherheitslage zu verbessern.

In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Demonstrationen, weil sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert: Tausende Menschen wurden bereits getötet, mehr als eine Million Menschen befindet sich auf der Flucht.

Mit Informationen von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Rabat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2021 um 08:00 Uhr.