Rauch steigt neben einem Dorf in der Nähe von Tizi Ouzou auf. | dpa

Feuer im Mittelmeerraum Mehr als 60 Tote bei Waldbränden in Algerien

Stand: 11.08.2021 13:26 Uhr

Hitze und Trockenheit haben auch in Algerien zu zahlreichen Waldbränden geführt. Dabei kamen inzwischen mehr als 60 Menschen ums Leben - unter ihnen viele Soldaten, die bei Rettungseinsätzen halfen.

Die Zahl der Toten durch Waldbrände in Nordalgerien ist auf mindestens 65 gestiegen. Unter den Opfern sind viele Soldaten, die bei Rettungseinsätzen starben, wie Präsident Abdelmadjid Tebboune mitteilte. Die Soldaten, die bei den Bränden ums Leben kamen, hätten bei ihren Einsätzen zuvor rund 100 Menschen in den Städten Bejaïa und Tizi Ouzou vor den Flammen gerettet, sagte Präsident Tebboune. Sie seien "Märtyrer", twitterte er. Mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden.

Blick auf verbrannte Bäume, etwa 100 km östlich von Algier. | dpa

Schwere Waldbrände wüten in Algerien: Abgebrannter Wald in Tizi Ouzou, etwa 100 km östlich von Algier. Bild: dpa

Dutzende Feuer im Norden des Landes

Im Norden des Landes brachen nach Regierungsangaben mehr als 70 Feuer aus. Innenminister Kamel Beldjoud machte bei einem Besuch in Tizi Ouzou Brandstifter für die Feuer verantwortlich. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Die meisten Brände wüteten in der Kabylei, einer stark bewaldeten und dicht besiedelten Bergregion östlich der Hauptstadt Algier.

Innenminister: Feuer sind "krimineller Natur"

Beldjoud sagte bei seinem Besuch in Tizi Ouzou, die Feuer seien "krimineller Natur". Es sei "unmöglich, dass 50 Feuer gleichzeitig ausbrechen". Der staatliche Rundfunk meldete die Festnahme von drei mutmaßlichen Brandstiftern in Médéa im Norden Algeriens, wo es ebenfalls brannte. Ein weiterer Verdächtiger wurde demnach in Annaba in Gewahrsam genommen.

Wie in anderen Mittelmeerländern von Italien über Griechenland bis zur Türkei brachen die Feuer inmitten einer Hitzewelle aus. Die Wasserbestände werden knapp. Der wichtigste Staudamm der Region, Taksebt, ist praktisch ausgetrocknet. Der Wetterdienst sagte auch für Mittwoch Temperaturen von 42 Grad voraus. 

Wassermangel in den Sommermonaten

Allerdings herrscht in den Sommermonaten in den schwer zugänglichen Gebirgsdörfern Nordalgeriens ohnehin Wassermangel, Löschflugzeuge gibt es nicht. Dorfbewohner versuchen mit einfachsten Mitteln, die Flammen zu bekämpfen. Die Kabylei befindet sich rund 100 Kilometer östlich von Algier.

Auch das Nachbarland Tunesien leidet derzeit unter eine Hitzewelle. Nach Angaben der Wetterbehörde wurde am Dienstag in der Hauptstadt Tunis eine Rekordtemperatur von 48 Grad gemessen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2021 um 09:00 Uhr.