Volker Wieland

Geldexperte als Nachfolger von Wolfgang Franz bestimmt Wieland wird neuer Wirtschaftsweiser

Stand: 14.11.2012 15:50 Uhr

Der Frankfurter Geldpolitik-Experte Volker Wieland wird im Frühjahr in den Rat der Wirtschaftsweisen aufrücken. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, hat das Kabinett den Ökonomieprofessor für den Posten vorgeschlagen.

Volker Wieland

Volker Wieland wird ab 2013 dem Sachverständigenrat angehören.

Die Berufung durch den Bundespräsidenten gilt als Formsache. Dann kann Wieland ab 1. März in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung einziehen, aus dem ZEW-Chef Wolfgang Franz turnusgemäß ausscheidet.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler würdigte Wieland als einen "im In- und Ausland anerkannter Experte für Makroökonomie, Geldtheorie und Geldpolitik. Er verfügt nicht nur über hohe wissenschaftliche Kompetenz, sondern kann auch vielfältige Erfahrungen aus der Politikberatung und der Tätigkeit für internationale Organisationen mit einbringen."

Wirtschaftsweise

Die Wirtschaftsweisen begutachten seit 1963 die ökonomische Entwicklung im Auftrag der Bundesregierung. Neben dem im März ausscheidenden Vorsitzenden Wolfrgang Franz gehören dem Gremium die Ökonomen Claudia Buch, Peter Bofinger, Christoph Schmidt und Lars Feld an.

Die Mitglieder werden von der Bundesregierung vorgeschlagen und vom Bundespräsident berufen. Ihr Gutachten dient ebenso wie das Gemeinschaftsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute als Grundlage für die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung.

Wieland ist derzeit Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere monetäre Ökonomie, und Geschäftsführender Direktor am Institut für Geld- und Finanzstabilität in Frankfurt am Main. Vor seiner Tätigkeit am IMFS war Wieland unter anderem in den USA an der renommierten Stanford-Universität und als Senior Economist bei der Notenbank Federal Reserve in Washington tätig.

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KOMMENTARE

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plumplori 14.11.2012 • 21:29 Uhr

Mehr Staat, mehr Regulierung, mehr Fortschritt

Die Wirtschaft hat einen Punkt erreicht, an dem es keinen echten Wettbewerb mehr gibt. Wenige Big Player ruhen sich auf ihren Errungenschaften aus, wirtschaften nicht mehr um mit der Entwicklung mitzuhalten, sondern für Quartalsgewinne und sperren sich gegen den Fortschritt. Bestes Beipiel für fehlende Regulierung ist der Finanzmarkt, die in der jetztigen Krise gipfelt. Gegen die dringend notwendige Energiewende sperren sich nicht nur die großen 4 Energiekonzerne, sondern inzwischen auch die EU, obwohl die IEA vor den Gefahren warnt, die auf uns zukommen, wenn wir die Wende nicht ins Rollen bringen. Auch die Automobilindustrie ist nicht mehr für Innovationen bekannt, sondern dafür, dass sie Arbeitsplätze abbaut und es einfach nicht hinbekommt einen oder mehrere alternative Antriebskonzepte auf den Markt zu bringen oder auch nur ein Auto, das weniger als 120 mg CO2 ausstößt. All das wäre für die Zukunft Deutschlands unerlässlich. Doch damit das gelingen kann, muss der Staat eingreifen.