Fahnen Deutschlands und der USA | picture-alliance/ dpa

Wettbewerbsstudie des Weltwirtschaftsforums Standort Deutschland überholt die USA

Stand: 05.09.2012 14:43 Uhr

Deutschland ist einer Studie zufolge erstmals wettbewerbsfähiger als die USA. Im weltweiten Standortvergleich des Weltwirtschaftsforums verteidigte die Bundesrepublik ihren sechsten Platz aus dem Vorjahr. Die Vereinigten Staaten rutschten dagegen vom fünften auf den siebten Rang ab. Spitzenreiter ist wie in den vergangenen Jahren die Schweiz vor Singapur. Vor Deutschland liegen zudem noch die EU-Staaten Finnland, Schweden und die Niederlande.

Infrastruktur in Deutschland ausgezeichnet

Das Weltwirtschaftsforum untersuchte für seine Vergleichsstudie 144 Staaten anhand zahlreicher Kriterien. Dazu zählen Infrastruktur, staatliche Rahmenbedingungen, der Finanzmarkt, das Bildungswesen und der Arbeitsmarkt. "Deutschland hat eine ausgezeichnete Infrastruktur", sagte Margareta Drzeniek vom Weltwirtschaftsforum. "Die Unternehmen sind zudem sehr innovativ und in der Lage, alle Stufen der Wertschöpfung zu leisten - von der Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb." Auch die Ausbildung, vor allem die praktische Aus- und Weiterbildung in den Betrieben, wurde gelobt.

Kritisiert wurde der deutsche Arbeitsmarkt, den das Weltwirtschaftsforum ungeachtet der bisherigen Reformen als zu starr bewertete. "Einstellungen sind für die Unternehmen sehr teuer", sagte Drzeniek. "In schlechten Zeiten ist es für sie zudem sehr schwierig, Stellen abzubauen." Das Weltwirtschaftsforum bemängelte zudem "fehlende Flexibilität bei der Bestimmung der Löhne". Negativ auf das deutsche Ergebnis wirkte sich zudem das Steuersystem aus, das als zu kompliziert gilt.

Mitglieder des Expertenforums 2012 in Davos.

Das Weltwirtschaftsforum erstellt den Standortvergleich jedes Jahr.

Die USA bleiben zwar laut der Studie die innovationsfreudigste Volkswirtschaft der Erde. Dennoch fiel das Land im internationalen Vergleich zurück. Grund für den Abstieg seien "insbesondere das geringe Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politiker und der scheinbare Mangel an staatlicher Effizienz", schrieben die Forscher.

Griechenland schlechter als mehrere Entwicklungsländer

Der Standortvergleich belegt auch, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Staaten angesichts der Schuldenkrise weiter auseinanderdriftet. Zwar rangieren drei Länder der Eurozone unter den sechs Top-Standorten weltweit. Für mehrere Krisenländer ging es jedoch im Vergleich zum Vorjahr weiter bergab. Portugal verlor vier Plätze und ist jetzt 49. von 144 Nationen. Zypern rutschte um elf Ränge auf Platz 58 ab. Das europäische Schlusslicht ist Griechenland auf Rang 96 - deutlich hinter Entwicklungsländern wie Botswana und Kambodscha.

"Die Kluft zwischen den besten europäischen Ländern und den schwächeren Staaten ist noch größer geworden", sagte Drzeniek. "Dennoch: Es gibt einige Erfolge, etwa in Spanien und Italien. Dort sind der Arbeitsmarkt flexibler und der Wettbewerb stärker geworden. Es dauert jedoch, bis sich das auszahlt."

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KOMMENTARE

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borsti21509 05.09.2012 • 22:16 Uhr

Denn Sie wissen nicht, was sie reden

Ich kann das alles glauben, was da steht. Und so richtig können das die Wirtschaftsfritzen dieses Globus auch nicht.Also 2010, nach der Krise, war der Arbeitsmarkt in Deutland so schnell wieder in Fahrt gekommen, weil es hier nicht hire and fire gibt. Somit konnten die Unternehmen die Fachkräfte halten. Das soll jetzt falsch seinß- Ich sage nur dummes Zeug dazu. Der Erfolg gibt Deutschland recht. Das zweite sind die Löhne- wird da nicht immer in diesen sozialneidsendungen wie Panorama oder Report darüber berichtete, wie wenig doch die deutschen Einkommen in den letzten 10 Jahren gestiegen sind- jetzt soll das immer noch zu teuer sein?. Die lohnrealität in Deutschland ist doch die, das der gesetzliche mindestlohn von 8,50 für einige Branchen zum Leben nicht reicht, und das trifft gerade die, die mit Ihrer beschäftigung als zeit/leiharbeiter gerade zum Erfolg der deutschen Wirtschaft beigetragen haben. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Herr Henkel und natürlich Arnulf Barings bei Anne Will