Wolfgang Schäuble in Davos

Weltwirtschaftsforum in Davos Schäuble sieht stabile Zukunft für den Euro

Stand: 29.01.2011 20:33 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht ruhigere Zeiten auf die europäische Gemeinschaftswährung zukommen. "Der Euro wird stabil sein. Wir sind bereit und können die Stabilität des Euro verteidigen", sagte Schäuble auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Zudem stehe die Eurozone im Weltvergleich nicht grundsätzlich schlecht dar. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, seien aber auch Harmonisierungen der Wirtschafts- und Sozialpolitiken notwendig. "Bei der Wettbewerbsfähigkeit liegen wir etwas zurück", räumte Schäuble ein. Gleichzeitig warnte er Anleger davor, gegen den Euro zu wetten.

Wolfgang Schäuble
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Wolfgang Schäuble

Finanzministerin Christine Lagarde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos
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... genau wie seine französische Kollegin Lagarde (links).

"Wetten Sie nicht gegen Europa"

Auch seine französische Amtskollegin Christine Lagarde forderte die Finanzmärkte auf, nicht länger auf einen Zusammenbruch der Gemeinschaftswährung zu spekulieren. "Wetten Sie nicht gegen Europa und wetten Sie nicht gegen die Euro-Zone", sagte Lagarde. Ähnlich einig sind sich die beiden Finanzpolitiker bei der zukünftigen Entwicklung: "Ich denke, die Euro-Zone hat die Kurve bekommen." Alle Mitgliedsstaaten seien auf dem Weg, ihre Staatsfinanzen zu sanieren, betonte die französische Finanzministerin.

Merkel will Kooperation in Europa stärken

Bereits gestern hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für Schuldenabbau und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit stark gemacht. Dazu müsse es eine "koordinierte politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit" innerhalb der EU geben. Als Beispiele nannte sie das Pensionsalter sowie die Bildungs- und Forschungspolitik. Merkel bezeichnete die Verschuldung als "die größte Gefahr für den Wohlstand auf unserem Kontinent" und betonte: "Scheitert der Euro, scheitert Europa."

Ausschreitungen bei Protesten

Es gab auch Proteste gegen die Konferenz in Davos. Die rund 120 Demonstranten warfen den 2500 Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Politik vor allem Ausbeutung von Menschen und Natur vor. Nach Angaben der Polizei kam es dabei zu kurzen Ausschreitungen. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Neben einer großen Zahl von Polizisten bewachen auch 4000 Soldaten die noch bis morgen dauernde Konferenz.

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