Eröffnungsrede des Weltwirtschaftsforums Putin warnt vor Staatsgläubigkeit in der Krise

Stand: 28.01.2009 21:11 Uhr

Russlands Regierungschef Waldimir Putin
galerie

Russlands Regierungschef Waldimir Putin warnte vor zu viel Staat in der Wirtschaftskrise.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat angesichts der Rezession und der Finanzkrise vor massiven Eingriffen des Staates in die Wirtschaft gewarnt. Blindes Vertrauen in die Allmacht des Staates wäre ein Fehler, sagte Putin in seiner Eröffnungsrede des Weltwirtschaftsforums in Davos. Zwar sei eine wachsende Rolle des Staates in einer Krise eine natürliche Reaktion. Aber anstatt die Marktmechanismen anzupassen, seien einige versucht, die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft so weit wie möglich auszuweiten. "Im 20. Jahrhundert machte die Sowjetunion die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion haben wir teuer bezahlt", sagte Putin.

Niemand könne übersehen, dass der Geist freien Unternehmertums sich in den vergangenen Monaten aufgelöst habe. Dazu gehöre das Prinzip der persönlichen Verantwortung der Unternehmer, Investoren und Anteilseigner für ihre Entscheidungen. "Aber es gibt keinen Grund zu glauben, dass wir bessere Ergebnisse dadurch erzielen, dass wir die Verantwortung auf den Staat verschieben", sagte Putin.

"Wir sitzen alle in einem Boot"

Der russische Regierungschef warnte zugleich davor, angesichts der Finanzkrise in einen Isolationismus und wirtschaftlichen Egoismus zu verfallen. "Wir sitzen alle in einem Boot", sagte er. Als Risiko für die Weltwirtschaft bezeichnete Putin die Abhängigkeit von nur einer Währung als Reservewährung. Es sei Zeit, die Möglichkeiten verschiedener starker Währungen zu diskutieren. Er schlug zudem vor, als Reaktion auf die Krise alle faulen Kredite und Wertpapiere in den Bilanzen der Finanzinstitute offenzulegen und abzuschreiben. Dies werde zwar ein extrem schmerzhafter Prozess werden. Ohne eine Bereinigung werde sich die Krise aber nur verlängern.

Darstellung: