Landwirte ernten Weizen mit Maschinen auf einem Feld in Russland. | AP

Getreide wird teurer Krieg treibt Weizenpreis in die Höhe

Stand: 28.02.2022 11:45 Uhr

Infolge des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen gegen Russland steigt der Weizenpreis sprunghaft an. Die Sorge vor Lieferengpässen wächst, da Russland und die Ukraine bislang ein Viertel der weltweiten Weizenexporte abdecken.

Der Krieg in der Ukraine verteuert Weizen. Angesichts der jüngsten westlichen Sanktionen gegen Russland und deren wichtigste Banken steigt die Sorge im Hinblick auf mögliche Lieferausfälle beim Getreide. An der Terminbörse in Chicago sprang der US-Future für Weizen um rund neun Prozent auf 9,2025 Dollar je Scheffel. Er erreichte damit den höchsten Wert seit mehr als neun Jahren.

Russland und Ukraine mit hohem Weltmarktanteil

Bereits in der vergangenen Wochen hatten sich zahlreiche Rohstoffe stark verteuert, die aus Russland exportiert werden. Das Land zählt zu den wichtigsten Produzenten von Weizen weltweit. Aber auch die Ukraine gehört zu den großen Weizenproduzenten. Beide Länder deckten zuletzt zusammen etwa ein Viertel des weltweiten Weizenhandels ab - davon entfielen nach Zahlen aus dem Jahr 2020 rund 17,7 Prozent der weltweiten Weizenexporte auf Russland und 8,0 Prozent auf die Ukraine.

Die Ukraine gilt auch als die "Kornkammer Europas". Das Land ist einer der größten Weizenexporteure der Welt. Etwa ein Drittel der fruchtbaren Schwarzerde-Böden befinden sich in der Ukraine. Das ukrainische Ackerland entspricht gut einem Viertel der Flächen, die es in der gesamten EU gibt. Nahrungsmittel sind das zweitwichtigste Exportgut der Ukraine - nach Eisen und Stahl.

In der vergangenen Woche hatte China seine Einfuhrbeschränkungen für Weizen aus Russland aufgehoben. Danach soll künftig Weizen aus ganz Russland nach China eingeführt werden dürfen. Zuvor war dies nur aus sieben russischen Anbauregionen möglich. Russische Behörden hatten bereits Anfang Februar mitgeteilt, dass China Importe von Weizen und Gerste aus allen Teilen Russlands zulassen werde. Eine entsprechende Vereinbarung sei beim Besuch von Präsident Wladimir Putin in China Anfang Februar getroffen worden.

Brotpreise dürften letztlich auch steigen

Verbraucher in Deutschland müssen sich angesichts der steigenden Weltmarktpreise für Weizen tendenziell auf weiter steigende Brotpreise einstellen. Allerdings spielen die Getreidepreise beim Endpreis der Backwaren angesichts der deutlich höheren Personal- und Herstellungskosten nur eine untergeordnete Rolle. Sie werden auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich geschätzt.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 27. Februar 2022 um 07:05 Uhr.