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Weitere Konsequenzen bei VW Weitere VW-Vorstände müssen gehen

Stand: 24.09.2015 15:33 Uhr

Nach VW-Konzernchef Winterkorn müssen offenbar weitere VW-Vorstände den Konzern verlassen. Nach Medienberichten werden auch der für Audi zuständige Entwicklungschef Ulrich Hackenberg und Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Hatz, sowie Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer ausscheiden.

Gestern hatte der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn seinen Rücktritt erklärt. Nun gibt es Berichte über weitere personelle Konsequenzen bei VW.

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen neben VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer auch die beiden Entwicklungschefs der Automarken Porsche und Audi aus ihren Funktionen ausscheiden. Danach sollen Ulrich Hackenberg bei Audi und Wolfgang Hatz bei Porsche die Verantwortung für die Abgas-Affäre übernehmen.

Porsche-Manager Hatz war zwischen 2001 und 2009 im VW-Konzern für die Entwicklung der Motoren zuständig - zunächst bei bei Audi, später bei VW selbst. Seit Februar 2011 ist er Vorstand der VW-Tochter Porsche. Ein Porsche-Sprecher wollte sich nicht zu den Berichten über eine Ablösung von Hatz äußern.

Motorenentwickler Wolfgang Hatz

Motorenentwickler Wolfgang Hatz

Audi-Technik-Vorstand Hackenberg sollte vor kurzem noch den Chefposten bei Audi übernehmen. Er war 2007 zusammen mit dem bisherigen VW-Konzernchef Winterkorn von Audi zur Marke Volkswagen nach Wolfsburg gewechselt. Er gilt als Erfinder des Baukastensystems, das VW bei immer mehr Marken einführt. Später kehrte Hackenberg von Wolfsburg nach Ingolstadt zu Audi zurück, um bei der VW-Tochter die Entwicklung von Elektroautos voranzutreiben.

Automanager Ulrich Hackenberg

Automanager Ulrich Hackenberg

Heinz-Jakob Neußer wurde 2013 Hackenbergs Nachfolger als Entwicklungschef bei VW. Er war auch seit 2012 für die Aggregateentwicklung bei VW zuständig.

VW-Manager Heinz-Jakob Neußer

VW-Manager Heinz-Jakob Neußer

Hintergrund des Ausscheidens der drei Manager ist aber wohl nicht nur, dass sie eben alle drei für die Entwicklung zuständig waren und damit die technische Verantwortung für die Abgas-Affäre übernehmen sollen.

Der Aufsichtsrat ist nach ARD-Informationen vor allem besonders ungehalten über die Informationspolitik der drei Manager. So hat der Aufsichtsrat von den Dieselabgas-Manipulationen aus den Medien erfahren - obwohl VW bereits am 3. September die US-Behörden über die Manipulationssoftware informiert hat.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters muss auch der US-Chef von VW, Michael Horn, seinen Posten räumen. Sein Nachfolger soll Skoda-Chef Winfried Vahland werden.

VW wollte die Berichte bisher nicht kommentieren. Für Freitag ist eine Aufsichtsratssitzung des Mutterkonzerns VW geplant.

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VW: Wer wird Nachfolger von Winterkorn?

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KOMMENTARE

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Quakbüdel 24.09.2015 • 21:05 Uhr

Nun mal langsam !

Nun mal langsam ! Dieselmotoren arbeiten nicht nur in den Fahrzeugen von VW. Jetzt muß geprüft werden, welche Hersteller sich vergleichbarer Tricks bedient haben, um auf dem stark protegierten US Markt überhaupt Fahrzeuge absetzen zu können. Man munkelte bereits, daß BMW auch darunter sei ? Seit fast 40 Jahren benutze ich Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Wenn ich mich an die Rauchfahnen der ersten Jahre erinnere, möchte ich doch annehmen, daß die modernen Maschinen erheblich besser sind. Diesel und Ölheizungen wurden vor Jahren den Verbrauchern richtig aufgenötigt , was evtl. mit der Erdölaufarbeitung verknüpft ist ( beim Cracken fallen sehr unterschiedliche Produkte an, die nach Möglichkeit auch alle verkauft werden sollen). Die kritisierten Mogeleien sind doch Marketingtricks (manche Firmen nutzen dafür den Sexappeal hübscher Frauen - VW hingegen "grüne" Abgaswerte). Die Dramatisierung hierzulande ist grotesk und kann den Verkauf von Dieselfahrzeugen sehr bremsen.