Ein Güterzug mit Neuwagen  | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Autobranche in der Krise Zahl der Neuzulassungen sinkt weiter

Stand: 04.05.2022 15:26 Uhr

Die Autoindustrie steckt unter anderem wegen des Chipmangels in einer Produktionskrise. Das hat Folgen: Im April sank die Zahl der Neuzulassungen um mehr als ein Fünftel. Erstmals kamen auch weniger reine Elektroautos neu auf die Straße.

Die Produktionskrise in der Autoindustrie hat im April für einen weiteren Einbruch bei den Neuzulassungen gesorgt. Im vergangenen Monat wurden in Deutschland 180.264 Neuwagen zugelassen. Das waren 21,5 Prozent weniger als im April 2021, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Schon im März waren die Neuzulassungen um 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Die Neuzulassungen für gewerbliche Halter gingen laut KBA im April um 23,4 Prozent zurück. Die privaten Neuzulassungen nahmen um 17,9 Prozent ab.

Experte erwartet Preissprung und lange Lieferzeiten

Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY erklärte, die Branche werde die "massiven" Probleme auf die Schnelle nicht in den Griff bekommen. "Chipmangel und Lieferprobleme bei Rohstoffen und Zulieferteilen bleiben ganz oben auf der Agenda - zum einen aufgrund der harten Lockdown-Maßnahmen in China, zum anderen aufgrund des Kriegs in der Ukraine." In einigen Automobilwerken ruhe die Produktion, Hersteller und Zulieferer versuchten, auf alternative Produktionsstandorte auszuweichen. "Weitere Preissteigerungen und noch längere Lieferzeiten sind die Folgen."

Auch weniger E-Autos zugelassen

Sogar die Zahl der Neuzulassungen von reinen Elektroautos sank im April, und zwar um 6,9 Prozent. Bei Plug-in-Hybriden ging die Zahl der Neuzulassungen sogar um 19,6 Prozent im Vorjahresvergleich zurück - Grund ist die absehbare Reduzierung der staatlichen Förderung für Plug-in-Hybride. 

"Der Mangel an Zulieferteilen hat inzwischen auch einen erheblichen Einfluss auf den Absatz elektrifizierter Neuwagen - zumal Elektroautos noch mehr Chips benötigen als Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor", erklärte Fuß. Zudem führten die hohen Spritpreise zu einem noch größeren Interesse gerade an Elektroautos. Die Hersteller könnten demnach noch deutlich mehr Elektroautos verkaufen - "wenn sie lieferfähig wären".