Markus Braun | REUTERS

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun bleibt hinter Gittern

Stand: 15.12.2021 15:40 Uhr

Vorerst kommt er nicht auf freien Fuß: Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun bleibt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts München in Untersuchungshaft. Mit der Anklageerhebung wird in den nächsten Monaten gerechnet.

Der frühere Vorstandschef von Wirecard, Markus Braun, kommt auch nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft nicht auf freien Fuß. Braun war mit seiner Haftbeschwerde erneut erfolglos und verbringt nun das zweite Weihnachtsfest in Folge hinter Gittern. Das entschied der zweite Strafsenat des Oberlandesgerichts München.

Braun sitzt seit dem 22. Juli 2020 in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen ein. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem 52-Jährigen und weiteren Wirecard-Führungskräften gewerbsmäßigen Betrug, Veruntreuung von Konzerngeldern, Bilanzfälschung und Manipulation des Wirecard-Aktienkurses vor. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt mittlerweile gegen mehr als 30 Personen aus dem Umfeld von Wirecard.

Haftgründe bestehen weiterhin

Die Münchner Staatsanwaltschaft arbeitet seit Monaten an einer Anklage gegen den ehemaligen Top-Manager, im ersten Quartal des kommenden Jahres könnte sie stehen. Braun wird wohl bis zur Anklageerhebung in Haft bleiben. Haftprüfungen finden im Turnus von drei Monaten statt. Dann wird geprüft, ob die Haftgründe dringender Tatverdacht sowie Fluchtgefahr weiterhin bestehen. Bei Braun war das bisher bei jeder Prüfung der Fall.

Zwar sind Staatsanwaltschaften angehalten, ihre Ermittlungen zügig durchzuführen und nach Möglichkeit auch abzuschließen, damit die Beschuldigten nicht unnötig lang ohne Urteil im Gefängnis sitzen. Doch kommt es in komplexen Strafverfahren immer wieder vor, dass die Untersuchungshaft sehr lange dauert - wie in diesem Fall.

Braun weist die Vorwürfe zurück

Braun weist die Vorwürfe eines Kronzeugen der Staatsanwaltschaft, der ebenfalls in Haft sitzt, zurück. Der Ex-Wirecard-Chef, der nach eigenen Aussagen von den kriminellen Machenschaften des Unternehmens nichts gewusst haben will, hat bereits zwei Haftbeschwerden angestrengt. Braun und sein Verteidigerteam argumentieren, dass der ehemalige Vorstandschef von einer kriminellen Bande um den Ex-Asienvorstand Jan Marsalek hintergangen worden sei. Marsalek ist seit Monaten auf der Flucht.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 15. Dezember 2021 um 14:15 Uhr.

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Moderation 15.12.2021 • 21:44 Uhr

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