Disney + | imago images / Hollandse Hoogte

Anleger enttäuscht Disney+ verliert an Schwung

Stand: 14.05.2021 09:21 Uhr

Der Streamingdienst Disney+ ist der große Hoffnungsträger des Unterhaltungskonzerns Walt Disney. Doch das stürmische Wachstum aus der Anfangszeit lässt nun deutlich nach.

Mehrere Quartale ist der Streamingdienst Disney+ die treibende Kraft beim Unterhaltungskonzern Walt Disney gewesen. Jetzt wächst der Hoffnungsträger jedoch deutlich langsamer.

Am Ende des ersten Quartals hatte Disney+ knapp 104 Millionen Abonnenten, wie der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit lag der Zuwachs innerhalb von drei Monaten bei rund neun Millionen. Im Vorquartal hatte Disney noch 21 Millionen neue Kunden für seinen Streamingdienst verzeichnet. Disney+ war unter anderem in den USA im November 2019 an den Start gegangen und seitdem rasant gewachsen. In Deutschland ist der Dienst seit März 2020 aktiv.

Auch sonst läuft das Geschäft mit Inhalten beim Konzern nicht wie gewünscht. Die Corona-Beschränkungen bremsen die Produktion von Filmen und Serien. Außerdem sind viele Kinos weiterhin geschlossen. Disneys bislang einziger Blockbuster in diesem Jahr, "Raya und der letzte Drache", spielte deutlich weniger ein als gewohnt. Insgesamt machte die Medien- und Entertainment-Sparte, zu der auch das klassische TV-Kabelgeschäft und die Streaming-Dienste zählen, nur ein Umsatzplus von einem Prozent.

Reise- und Vergnügungsgeschäft leidet immer noch

Darüber hinaus leidet der Entertainment-Gigant auch in anderen Bereichen unter der Corona-Krise. In normalen Zeiten tragen Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten einen großen Teil zum Umsatz von Disney bei, doch die Corona-Krise hat das Geschäft zum Erliegen gebracht.

Die großen Themenparks wie Disney World und Disneyland sind inzwischen zwar wieder geöffnet, aufgrund der Pandemie aber teilweise mit erheblichen Beschränkungen. So darf der Konzern häufig nur einer begrenzten Zahl von Besuchern den Zutritt gewähren. Die Sparte verbuchte im jüngsten Quartal einen Umsatzeinbruch um 44 Prozent und erlitt einen Betriebsverlust von 406 Millionen Dollar.

Deutliches Umsatzminus

Insgesamt fiel der Umsatz von Walt Disney von Januar bis März um 13 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg auf 901 Millionen Dollar. Das war zwar fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Allerdings war das Ergebnis damals wegen der hoher Kosten wegen der Pandemie und weitaus höheren Steuern um 90 Prozent eingebrochen.

Die Disney-Aktie verlor im nachbörslichen Handel in den USA um knapp vier Prozent auf gut 171 Dollar. Noch vor einem Jahr hatte das Papier bei lediglich 100 Dollar gelegen. Die Aktie hat damit bereits eine kräftige Erholung des gesamten Geschäfts der Konzerns vorweggenommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Mai 2021 um 07:35 Uhr.