Beleuchtetes Logo des VW-Konzerns | dpa

Verfrühter Aprilscherz Von wegen "Voltswagen" - VW entschuldigt sich

Stand: 31.03.2021 19:45 Uhr

Aprilscherze sind nicht jedermanns Sache - und haben manchmal ebenso unerwartete wie unangenehme Folgen. Jetzt musste sich Volkswagen in den USA schon vor dem 1. April für eine missglückte PR-Aktion entschuldigen.

Volkswagen ist nach einem missglückten PR-Gag zur vermeintlichen Umbenennung in "Voltswagen" in den USA um Schadensbegrenzung bemüht. Um den nach dem Dieselskandal ohnehin noch angekratzten Ruf zu retten, entschuldigte sich der Autobauer.

Die Tochter "Volkswagen of America" habe eine nationale Marketingkampagne - "auch mit einem Augenzwinkern" - entwickelt, um auf die Offensive in der Elektromobilität und den Marktstart des Elektro-SUV ID.4 aufmerksam zu machen, erklärte der Konzern. Volt ist die Maßeinheit für Spannung. Positive Rückmeldungen in den sozialen Medien zeigten, dass dieses Ziel auch erreicht worden sei. "Gleichzeitig bedauern wir, sollten wir in der Wahrnehmung Einzelner über das Kampagnenziel hinausgeschossen sein", erklärte Volkswagen.

Volkswagen ID.4 (Archivbild) | AFP

Mit der Aktion sollte das E-Auto-Modell ID.4 beworben werden. Bild: AFP

Volkswagen bestätigte Falschmeldung zunächst

In den USA hatte die zu Wochenanfang angeblich versehentlich verfrüht bekanntgegebene Umbenennung dafür gesorgt, dass viele Medien darüber berichteten, darunter auch der US-Nachrichtensender CNBC. Weil das Unternehmen die Meldung anfangs bekräftigte und gleichzeitig die Aktie deutlich an Wert gewann, gab es Kritik an dem verfrühten Aprilscherz.

Noch ist offen, ob die Aktion Konsequenzen seitens der US-Börsenaufsicht SEC nach sich ziehen wird. Ein VW-Sprecher in Deutschland erklärte dazu: "Eine Beeinflussung des Börsenkurses können wir aufgrund der Werbekampagne nicht erkennen. Das war und ist auch nicht Ziel der Aktion."

Medien reagieren verärgert

US-Medien reagierten ebenfalls verärgert. Journalisten fühlten sich von VW hinters Licht geführt, einige gar belogen. Mindestens ein Analyst hatte die Namensänderung zudem in einer Research Note gelobt. "Anscheinend hat niemand im Genehmigungsprozess bei @VW gesagt, hey, vielleicht sollten wir die Presse nicht anlügen, angesichts der ganzen, Sie wissen schon, Emissions-Lügen-Sache", schrieb Dawn Kopecki, Senior Editor von CNBC.com, auf Twitter.

Der Vorfall ist die jüngste Kommunikationspanne des Konzerns. Der Wolfsburger Autobauer geriet im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, als er ein als rassistisch empfundenes Werbe-Video für den neuen Golf auf Instagram zurückzog und sich dafür entschuldigte.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 im Hörfunk am 31. März 2021 um 08:25 Uhr.