Produktion des E-Modells ID.3 bei VW in Zwickau | dpa

Neue Modellpalette VW macht elektro-mobil

Stand: 13.07.2021 14:56 Uhr

Der Volkswagen-Konzern hat die Leitplanken seiner Strategie für die kommenden Jahre bekannt gegeben: Der Autobauer will massiv in Elektromobilität investieren und dort globaler Marktführer werden.

Volkswagen fokussiert sich in den kommenden Jahren auf E-Mobilität: Elektroautos und die Fertigung von Batterien für Fahrzeuge mit Elektroantrieb stehen im Zentrum der Konzernstrategie des Wolfsburger Autokonzerns. So will VW bis zum Jahr 2030 die Hälfte seines gesamten Modellangebots auf Batterieautos umgestellt haben. Dieses Ziel gab Vorstandschef Herbert Diess heute bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie aus.

Der Autokonzern will dadurch weltweiter Marktführer bei der E-Mobilität werden und vor allem gegenüber dem US-Wettbewerber Tesla aufholen. VW plant zudem, im laufenden Jahrzehnt den realen CO2-Fußabdruck pro Wagen über den gesamten Lebensabschnitt eines Fahrzeugs um 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 2018 zu senken. Die Vorgaben seien "im Einklang mit dem Pariser Abkommen", erklärte der Konzern mit Blick auf die internationalen Klimaziele.

Plattformvorteile nutzen

Die Profitabilität will der Autobauer dabei allerdings nicht außer Acht lassen. Mit vier einheitlichen Plattformen will der Volkswagen-Konzern künftig über alle Marken hinweg seine Größenvorteile stärker ausschöpfen. Laut VW-Chef Diess soll das Prinzip gleicher Teile zum Einsatz in möglichst hohen Stückzahlen bald nicht mehr nur auf die bekannten Fahrzeug-Baukästen beschränken. Es erstrecke sich zunehmend auch auf Digitalisierung, Elektrifizierung und Dienstleistungen. Damit sollten "bisher unerreichte Synergien" genutzt werden, erklärte er in Wolfsburg.

Vier übergreifende Plattformen sollen dazu aufgebaut werden: Dazu gehören die technische Grundarchitektur von Batteriefahrzeugen, eigene Software in den Autos, aber auch die interne Batteriezellfertigung und neue "Mobilitätsdienste". Die einzelnen Töchter des Konzerns sollen sich später aus diesen Elementen bedienen und spezifische Varianten auf diesen aufbauen können. Das Fahrzeug-Basissystem "Scalable Systems Platform" (SSP) soll für reine E-Fahrzeuge ab 2026 in der Produktion verwendet werden. Insgesamt sollen den Plänen zufolge über 40 Millionen Autos auf dieser Grundlage entstehen.

Die erweiterte Plattform-Strategie soll VW mehr Erträge bescheren. So sollen 2025 nun vor Zinsen und Steuern acht bis neun Prozent vom Umsatz als Gewinn hängen bleiben. Bisher hatten die Wolfsburger sieben bis acht Prozent angepeilt.

Batteriefabrik mit chinesischem Partner

Um die Elektrooffensive bei den VW-Modellen vorantreiben zu können, will Volkswagen seine eigene Batteriezellfertigung in Salzgitter forcieren. Dabei tun sich die Wolfsburger mit einem großen Anbieter aus China zusammen. Der chinesische Zellhersteller Gotion High-Tech soll sich daran als "Technologiepartner" beteiligen. Beide Seiten hätten zu Beginn dieser Woche eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, hieß es in Wolfsburg. Geplanter Produktionsstart ist 2025.

Mit der eigenen Batteriezellen-Produktion will VW unabhängiger von externen Lieferanten werden. Insgesamt entstehen in den kommenden Jahren fünf weitere Zellfabriken. In Schweden ist etwa der Partner Northvolt dabei. Bei der Auswahl weiterer Standorte legte sich der Konzern nun auf Spanien - die Heimat seiner Marke Seat - fest.

Über dieses Thema berichtete am 13. Juli 2021 die tagesschau um 12:00 Uhr und tagesschau24 um 16:00 Uhr.