Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens «Vonovia» hängt an der Firmenzentrale in Bochum | dpa

Dritte Offerte Vonovia lässt bei Deutsche Wohnen nicht locker

Stand: 02.08.2021 09:49 Uhr

Nur eine Woche nach der gescheiterten Übernahmeofferte startet Vonovia einen dritten Versuch, den Konkurrenten Deutsche Wohnen zu übernehmen. Die Chancen auf einen Erfolg stehen diesmal besser.

Diesmal soll es klappen: Vonovia nimmt den nächsten Anlauf, den Wettbewerber Deutsche Wohnen zu übernehmen. Eine Woche nach dem gescheiterten zweiten Übernahmeversuch will Deutschlands größter Wohnungskonzern nun 53 Euro pro Deutsche-Wohnen-Aktie bieten, was einem Gesamtvolumen von 19 Milliarden Euro entspricht. Die gescheiterte Offerte hatte auf 52 Euro pro Aktie gelautet.

Außerdem hat sich der Branchenprimus diesmal über den Markt schon fast 30 Prozent der Deutsche-Wohnen-Anteile gesichert, wie Vonovia am späten Sonntagabend mitteilte. Die neue Offerte solle zeitnah erfolgen.

Das kurzfristige neue Angebot ist juristisch möglich, weil der kleinere Wettbewerber Deutsche Wohnen das Vorhaben weiterhin unterstützt. Die Finanzaufsicht BaFin, die ebenfalls zustimmen muss, dürfte dem neuen Übernahmeversuch ebenfalls nicht im Weg stehen.

Annahmequote bislang verfehlt

Angesichts der höheren Offerte und des bereits hohen Anteils von Vonovia steigen die Chancen, dass die Transaktion diesmal gelingt. "Wir haben großzügig gerechnet", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch der Nachrichtenagentur Reuters zu dem erhöhten Angebot. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erklärte, er habe den Eindruck gewonnen, dass viele Aktionäre das Scheitern bedauert hätten. "Wir möchten ihnen die Chance nicht vorenthalten, dem Zusammenschluss zu verbesserten Konditionen zuzustimmen."

Vor einer Woche war Vonovia daran gescheitert, dass der Konzern nur 47,6 Prozent und nicht die erforderlichen 50 Prozent an dem Berliner Unternehmen einsammeln konnte. Viele Marktteilnehmer, insbesondere Hedgefonds, hatten auf eine höhere Abfindung im Rahmen eines Beherrschungsvertrages spekuliert und ihre Aktien deshalb zurückgehalten. Eine solche Vereinbarung bringt häufig großzügige Zugeständnisse an die Aktionäre des beherrschten Unternehmens mit sich.

Diese Möglichkeit schloss Vonovia-Chef Buch nun vorerst aus. "Wir werden in den nächsten drei Jahren keinen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen", so der Manager. "Damit ist die Spekulation raus."

Über eine halbe Million Wohnungen vermietet

Den beiden im Leitindex DAX notierten Großvermietern gehören zusammen 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. "Gemeinsam können die beiden Unternehmen die erforderlichen Investitionen in Klimaschutz, bedarfsgerechtes Wohnen und bezahlbaren Wohnraum besser schultern", teilten beide Konzerne mit. An ihren Zusagen an das Land Berlin, das die Verhandlungen kritisch begleitet hatte, wollen die künftigen Partner ebenfalls festhalten.

Um die gigantische Übernahme zu stemmen, hat sich Vonovia einen Kredit über 20 Milliarden Euro gesichert. Davon sollen acht Milliarden über eine Kapitalerhöhung des DAX-Konzerns abgelöst werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. August 2021 um 06:15 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
BILD.DirEinDuHättestEineMeinung 02.08.2021 • 18:09 Uhr

...ttestEineMeinung @02. August 2021 um 14:20 von Björn H.

@afd-Presseabteilung: Ich fasse ihren Quatsch mal zusammen: Sie sagen, die meisten Mieter in Deutschland können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten und das liegt an der "Subventionierungspolitik" des Staates, also daran, dass der Staat günstigen Wohnraum fördert? Ausserdem führ das Wohngeld des Staates die Antragssteller in die Obdachlosigkeit? Und das "existentiell elementare...Recht auf eine Wohnung" sollte nicht einer "verzerrten" sozialen Marktwirtschaft überlassen werden, sondern einer "echten Marktwirtschaft mit Chancengleichheit", in der jeder Euro die gleichen Rechte besitzt - egal wer ihn besitzt, wenn man ihn denn besitzt? Du meine Güte - wenn man bloss in Wien davon wüsste. Ohne die vielen Sozialwohnungen der Stadt hätten die bestimmt keine Obdachlosen mehr, sondern nur kapital...e Mieter die sich den freien Markt leisten können.