Ein Funkmast mit Modulen für die neue Mobilfunk-Generation 5G steht auf einem Feld in Günthersdorf | dpa

Einnahmen für 5G-Ausbau Vodafone bringt Funkmasten an die Börse

Stand: 16.03.2021 16:21 Uhr

Der bislang größte Börsengang Europas in diesem Jahr steht an: Vantage Towers hofft auf Einnahmen von bis zu 2,8 Milliarden Euro. Der Mutterkonzern Vodafone will damit Investitionen in den 5G-Mobilfunk finanzieren.

Vantage Towers, Tochtergesellschaft des britischen Telekommunikationskonzerns Vodafone, will insgesamt bis zu 2,8 Milliarden Euro mit dem Schritt an die Kapitalmärkte erlösen. Beim Börsengang werden bis zu 88,9 Millionen Aktien ausgegeben.

Börsengang am Donnerstag

Die Aktien werden voraussichtlich in der unteren Hälfte der Preisspanne zugeteilt. Diese reicht von 24 bis 25 Euro. In dieser Spanne seien die Orderbücher gut gefüllt, hieß es am Markt. Bis Mittwoch können die Vantage-Aktien noch gezeichnet werden. Das Börsendebüt in Frankfurt ist für Donnerstag geplant.

Damit stellt das Unternehmen den Börsengang des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 in den Schatten. Dieser hatte Anfang Februar beim Börsengang in Frankfurt eine Milliarde Euro Bruttoerlös beim Börsengang erzielt. Zudem trennten sich die Auto1-Eigentümer von fast 22 Millionen Anteilen und nahmen damit rund 830 Millionen Euro ein. Somit wird Vantage Towers bei Vollzug der bisher größte Börsengang in diesem Jahr in Frankfurt sein.

Geld für Investitionen, stabile Renditen für Investoren

Der Erlös des Börsengangs soll komplett der Mutter Vodafone zugute kommen. Vantage Towers nimmt mit dem Börsengang also kein Geld ein, muss aber auch keine Kosten dafür tragen. Durch den Verkauf von Sendemasten kann der Telekom-Konzern seine Bilanzen entlasten und etwa Geld für Investitionen in das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einsammeln.

Andererseits gelten Funktürme und Mobilfunkstandorte angesichts der Niedrigzinsen als sicheres Investment für professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren. Sie sind an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert. Die Masten am Boden und auf Hausdächern können an mehrere Telekom-Konzerne vermieten, was über Jahre hinweg regelmäßige Einnahmen verspricht.

Vodafone bleibt Hauptaktionär

Zwei Großinvestoren hatten bereits im Vorfeld erklärt, große Aktienpakete übernehmen zu wollen. Digital Colony aus den USA werde Aktien für 500 Millionen Euro kaufen, der Beteiligungsfonds RRJ mit Sitz in Singapur Aktien für 450 Millionen Euro, wie Vantage-Towers-Chef Vivek Badrinath mitteilte.

Die Nachfrage nach Daten und Vernetzung treibe das Wachstum der Funkmastenbetreiber an. Vantage Towers betreibt 82.000 Funkmasten in zehn europäischen Ländern. Vodafone bleibt mit mehr als 75 Prozent zunächst der größte Aktionär von Vantage Towers.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juni 2020 um 16:30 Uhr.