Fabrikneue Autos stehen in einer Reihe hintereinander

US-Absatzzahlen Deutsche Autobauer überwinden Corona

Stand: 02.07.2021 11:19 Uhr

Die Nachfrage nach deutschen Autos in den USA steigt kräftig. Nach dem Einbruch in der Corona-Krise haben viele US-Verbraucher Nachholbedarf. Bei VW sind vor allem SUVs gefragt, aber auch Sportwagen sind beliebt.

Die aktuellen Auto-Absatzzahlen aus den USA deuten auf eine schwungvolle Erholung hin, von der auch deutsche Autobauer stark profitieren. Volkswagen erreichte mit 211.000 Fahrzeugen den höchsten Absatz seit fast 50 Jahren, sagte Volkswagens US-Chef Scott Keogh. Damit sei auch der Marktanteil vergrößert worden. Grund sei ein erweitertes Portfolio gewesen, das sich zunehmend auf SUVs konzentriert habe, so Keogh.

Im abgeschlossenen zweiten Quartal verkaufte VW 120.520 Fahrzeuge. Das waren 72 Prozent mehr als im pandemiebedingt schwachen Vorjahreszeitraum, als Fabriken und Autohäuser wegen Lockdown zeitweise geschlossen werden mussten.

Besonders beliebt in den USA sind SUVs. In diesem Segment baute VW die Auslieferungen auf mehr als das Doppelte aus. Mittlerweile macht der SUV-Absatz schon fast drei Viertel der in den Vereinigten Staaten verkauften VW-Autos aus. Seit einigen Jahren setzt der Hersteller dort vorwiegend auf schwergewichtigere und größere Modelle, die bei den US-Kunden besonders beliebt sind. In Deutschland beträgt der Anteil der SUVs an den Neuzulassungen derzeit rund ein Viertel.

Audi und Porsche ziehen mit

Von der besonderen Beliebtheit der Stadtgeländewagen in den USA profitiert auch die VW-Tochter Audi, die ihre US-Verkäufe in den drei Monaten bis Ende Juni noch stärker erhöht hat. Audi setzte in diesem Zeitraum 66.995 Autos ab und damit 92 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor allem mit den SUVs der Q-Baureihe konnte Audi nach den Belastungen der Corona-Krise wieder Boden gut machen.

Der ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche lieferte 18.958 Autos aus, was einem Plus von 55,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Über das erste Halbjahr gesehen stiegen die Auslieferungen an die Kunden um rund die Hälfte.

Daimler lässt auf sich warten

Auch BMW profitierte stark von der Erholung des US-Automarkts. Die Münchner verkauften im zweiten Quartal nach eigenen Angaben 96.561 Neuwagen unter eigener Marke, das entspricht einem Anstieg um knapp 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Tochter Mini legte um fast 77 Prozent zu und lieferte 9340 ihrer Kleinwagen an die US-Kundschaft.

BMWs deutscher Oberklasse-Konkurrent Daimler will die Absatzzahlen von Mercedes-Benz USA erst später in diesem Monat veröffentlichen.

Chipmangel bremst GM

Der US-Marktführer General Motors (GM) konnte hingegen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Der Konzern steigerte die Verkäufe um lediglich 40 Prozent auf 688.236 Fahrzeuge. Angesichts von Produktionsproblemen aufgrund eines Mangels an Computerchips tat sich GM schwer, die hohe Nachfrage zu bedienen. Der Chipmangel betrifft grundsätzlich die gesamte Branche und kann sich noch einige Monate hinziehen.

GM rechnet damit, dass die Knappheit an Computerchips das Geschäft auch weiterhin bremsen wird. Die US-Wirtschaft nehme zwar Fahrt auf und die Nachfrage dürfte bis ins kommende Jahr hoch bleiben, doch der Chipmangel dürfte weiterhin zu Komplikationen in der Lieferkette führen und das Angebot belasten, sagte GM-Chefökonomin Elaine Buckberg.

Der japanische Rivale Toyota steigerte den Quartalsabsatz um 76 Prozent auf 688.813 Autos und übertraf den größten US-Hersteller damit sogar leicht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juli 2021 um 17:00 Uhr.