Ampullen mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer | AFP

Booster-Kampagne USA kaufen BioNTech-Vakzin für Herbst

Stand: 30.06.2022 10:07 Uhr

Die US-Regierung deckt sich für eine Booster-Kampagne im Herbst mit Corona-Impfstoff ein. Sie bestellte 105 Millionen Dosen des Vakzins von BioNTech/Pfizer. Der Auftrag hat ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar.

Die US-Regierung hat weitere 105 Millionen Impfdosen des Corona-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bestellt. Der Auftrag hat ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar, wie die beiden Unternehmen und die Regierung mitteilten. Die Lieferungen sollen im Spätsommer beginnen und Impfstoffe sowohl für Erwachsene als auch für Kinder enthalten. Abhängig von der Genehmigung der US-Behörden soll auch Impfstoff geliefert werden, der an die Omikron-Variante angepasst sei.

Mit der Bestellung decken sich die USA für eine im Herbst geplante Booster-Kampagne ein. Vor diesem Hintergrund umfasst der Vertrag auch die Option zum Kauf von weiteren bis zu 195 Millionen Impfdosen. Damit könnten sich die Gesamtlieferungen aus der neuen Vereinbarung letztlich auf bis zu 300 Millionen Dosen belaufen.

Durchschnittspreis pro Impfdosis stark gestiegen

Der Durchschnittspreis pro Impfdosis liegt bei diesem neuen Vertrag bei mehr als 30 Dollar. Das ist eine Steigerung um mehr als 50 Prozent gegenüber dem ersten Vertrag der US-Regierung mit Pfizer. Damals wurden 19,50 Dollar pro Impfdosis vereinbart. Die neue Vereinbarung sieht vor, dass ein Teil des Vakzins für Erwachsene in Einzeldosen geliefert wird. Dies erhöht den Preis in der Herstellung, reduziert aber die Zahl ungenutzter Impfdosen durch das Wegwerfen geöffneter Ampullen mit dem Vakzin.

Weiterentwicklung des Corona-Impfstoffs

Bei den Covid-Impfstoffen arbeitet BioNTech zusammen mit seinem US-Partner Pfizer nicht nur an einem an die hochansteckende Omikron-Variante angepassten Vakzin, das für eine mögliche Zulassung im Herbst bereits in den Startlöchern steht. Die Mainzer wollen zudem in der zweiten Jahreshälfte mit der klinischen Erprobung von Impfungen der nächsten Generation beginnen, die gegen eine Vielzahl von Coronaviren schützen sollen. Dazu gehören T-Zell-verstärkende Impfungen, die in erster Linie vor schweren Erkrankungen, sowie Pan-Coronavirus-Impfungen, die vor der gesamten Virusfamilie und ihren Mutationen schützen sollen. Ziel sei es, "einen dauerhaften Schutz vor verschiedenen Varianten zu bieten".

Die beiden Partner erörtern derzeit mit den Regulierungsbehörden verbesserte Versionen ihrer etablierten Impfung, die besser gegen Omikron und ihre Untervarianten schützen sollen. Denn bisher deuten alle Studien darauf hin, dass die bestehenden Vakzine nach nur zwei Impfungen deutlich weniger wirksam gegen die Variante sind. Berater der US-Arzneimittelbehörde FDA haben am Dienstag für den Herbst Änderungen empfohlen, mit denen die aktuell zirkulierenden Varianten des Virus abgedeckt werden können. Mit großer Mehrheit sprach sich das Beratungskomitee der Behörde dafür aus, dass die neue Generation von Booster-Impfungen vor der Omikron-Variante schützen soll. Über die genaue Zusammensetzung will die FDA nun bis Anfang Juli entscheiden.

Über dieses Thema berichtete SWR1 am 09. Mai 2022 um 12:00 Uhr.