Blick in den Plenarsaal des Bundestages | dpa

Neues Unternehmensregister Firmen bekommen zentrale Nummer

Stand: 11.06.2021 10:11 Uhr

Der Bundestag hat ein neues Register für Unternehmen beschlossen. Es soll dabei helfen, überflüssige Bürokratie abzubauen und Kosten zu senken. Erstmals erhalten Firmen eine einheitliche Wirtschaftsnummer. 

Der Bundestag hat das Gesetz für das geplante Unternehmens-Basisregister verabschiedet, das sogenannte Unternehmensbasisdatenregistergesetz (UBRegG). Damit wird künftig beim Statistischen Bundesamt ein einziges Register über Basisdaten von Unternehmen errichtet und betrieben. Zur eindeutigen Identifikation werden Unternehmen mit Aufnahme in das Basisregister eine bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer erhalten.

Bislang 120 verschiedene Register

Das neue Register wird alle Stammdaten des Unternehmens, wie Namen, Sitz, Geschäftsanschrift, Rechtsform und Wirtschaftszweig erfassen. Damit sollen Mehrfachmeldungen der Daten an unterschiedliche Register ebenso wie Mehrfach-Abfragen für die Behörden, vermieden werden. Unternehmen und Behörden würden von einem nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand entlastet, so die Vorstellung des Gesetzgebers. Das Gesetz soll außerdem die Voraussetzungen schaffen für eine Digitalisierung von Dienstleistungen der Verwaltung.

Zweck des einheitlichen Unternehmensregisters ist es, den Abbau von Bürokratie voranzutreiben. Derzeit gibt es laut Bundeswirtschaftsministerium in Deutschland rund 120 einzelne Register mit Unternehmensbezug, die weitgehend unabhängig voneinander handeln und sich üblicherweise nicht austauschen. Die verschiedenen Register vergeben häufig eigene Nummern, sodass die Identifikation der Unternehmen über die verschiedenen Register hinweg problematisch sein kann. Dies sorgt für Fehleranfälligkeit und macht es zeitaufwändig, Daten zu aktualisieren oder auszutauschen.

"Endlich Abhilfe"

Christian Tsambikakis, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Geldwäschebeauftragten in den Unternehmen (bvgb), sieht das Gesetz als "echten Meilenstein". Aus der täglichen Arbeit der Geldwäschebeauftragten wisse man, dass die Informationsbeschaffung häufig langwierig und kompliziert sei. Die Identifikation der tatsächlichen Geschäftspartner werde in Zukunft wesentlich vereinfacht. "Mit dem Gesetz wird hier endlich Abhilfe geschaffen."

Auch der Mittelstandsverbund ZGV hatte das Gesetzesvorhaben vorab begrüßt: Die Unternehmen würden endlich von bürokratischen Belastungen im Rahmen unnötiger Mehrfachmeldungen befreit.

EInsparungen in Millionenhöhe geplant

Das Register soll auch dabei helfen, Kosten zu sparen. Laut Referentenentwurf geht es um einen dreistelligen Millionenbereich pro Jahr. Beim Statistischen Bundesamt entstehe ein einmaliger Umstellungsaufwand in Höhe von rund 37,9 Millionen Euro. Hinzu kommen in den folgenden Jahren aber noch weitere Mehrkosten für verschiedene Ämter und Behörden in Millionenhöhe.

Bis das Gesetz in die Praxis umgesetzt ist, wird es allerdings noch etwas dauern. Geplant ist laut Wirtschaftsministerium, dass das Basisregister für Unternehmensstammdaten bis etwa 2024 tatsächlich genutzt werden kann.