Das Uniper-Logo in einem Haus mit Glasfassade. | dpa

Gasimporteur Uniper will mehr Geld vom Bund

Stand: 23.11.2022 14:43 Uhr

Die aktuell geplante Kapitalerhöhung reicht nicht aus, teilt der Gasimporteur Uniper mit. Er wolle weitere Aktien im Wert von bis zu 25 Milliarden Euro ausgeben. Nur der Bund kann diese zeichnen.

Das Energieunternehmen Uniper braucht weitere Staatshilfe. Die bislang geplante Barkapitalerhöhung von acht Milliarden Euro werde nicht ausreichen, teilte der Konzern, der wegen fehlender Gaslieferungen aus Russland in Schieflage geraten war, mit.

Das Unternehmen wolle deshalb bis zu 25 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien hereinholen. Dadurch solle Eigenkapital teilweise wiederhergestellt werden, das durch weitere Verluste in diesem und den nächsten Jahren geschwächt sei. Nur der Bund ist dazu berechtigt, die Aktien zu zeichnen.

EU-Genehmigungen stehen noch aus

Im September hatten sich die Bundesregierung, Uniper und der bisherige finnische Mehrheitseigentümer des Konzerns, Fortum, auf ein Stabilisierungspaket verständigt. Es sieht eine weitgehende Verstaatlichung vor. Neben der Kapitalerhöhung ist unter anderem vorgesehen, dass der Bund die Uniper-Anteile von Fortum kauft.

Genehmigungen der EU-Kommission für das Stabilisierungspaket stehen noch aus. Zudem soll eine außerordentliche Uniper-Hauptversammlung die Maßnahmen am 19. Dezember beschließen.

Dominoeffekt befürchtet

Uniper spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Gasversorgung, weil es mehr als 100 Stadtwerke und große Unternehmen in Deutschland beliefert. Das fehlende Gas aus Russland muss sich der Gasimporteur jetzt zu einem wesentlich höheren Preis auf dem Gasmarkt kaufen.

Sollte Uniper insolvent gehen, befürchten Experten einen Dominoeffekt, weil zahlreiche Kunden des Unternehmens ebenfalls in große Schwierigkeiten kämen. Die staatliche Unterstützung soll eine "monatelange Phase der Unsicherheit für unser Unternehmen und unsere Kunden beenden", sagt der Uniper-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Maubach.

"Es geht um nicht weniger als einen erheblichen Teil von Deutschlands Gasrechnung, der nun aus Steuermitteln bezahlt wird - und nicht, wie ursprünglich geplant, über eine Gasumlage", so Maubach. Durch die Staatshilfe könne Uniper seine Kunden weiterhin zu den vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vertraglich vereinbarten Bedingungen mit Gas beliefern.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 23. November 2022 um 14:35 Uhr in den Nachrichten.