Geparkte Flugzeuge der Airline Tuifly in Hannover | dpa

Nach Milliardenverlust TUI hofft auf Sommerurlauber 2021

Stand: 10.12.2020 08:19 Uhr

Die Corona-Krise hat dem Tourismusriesen TUI einen der größten Verluste der Firmengeschichte eingebrockt. Die Aussicht auf Impfungen lasse das Interesse an Buchungen für 2021 wieder steigen, heißt es vom Konzern.

Das kam nicht überraschend: Die Corona-Krise hat den weltgrößten Reisekonzern TUI im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Nach den zwölf Monaten bis Ende September stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro nach 416 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte.

Mit Blick auf die Aussichten für das kommende Jahr zeigt sich das Management optimistisch. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", die Perspektiven für den Tourismus und für TUI seien "gut".

Hoffnung auf Neustart nach der Pandemie

Wie gut - das will TUI-Chef Fritz Joussen dann aber doch nicht exakt beziffern. Eine genaue Prognose für das neue Geschäftsjahr 2020/2021 traut er sich noch nicht zu. Zu groß sind die Unsicherheiten um die Pandemie. Nur so viel: "Die Aussicht auf Impfungen ab dem Jahresbeginn lässt die Nachfrage nach Sommerurlaub 2021 deutlich steigen."

TUI-Maschine über Palma de Mallorca

TUI will die Krise 2022 überwunden haben

"Alle Indikatoren weisen auf einen erfolgreichen Neustart des Reisegeschäfts hin, sobald die Pandemie überwunden ist", sagte TUI-Chef Fritz Joussen. "Wir sind gerüstet für diesen Neustart." 2021 dürfte ein "Übergangsjahr" werden. Die Hannoveraner rechnen damit, dass 2022 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht werden kann.

Der Staat als Retter in der Not

TUI konnte in der Krise - ähnlich wie die Lufthansa und der Wettbewerber FTI - nur dank Staats- und Kapitalhilfen vor dem finanziellen Kollaps bewahrt werden. Drei Milliarden Euro Unterstützung hat der Konzern bereits vom Steuerzahler erhalten. Erst in der vergangenen Woche schnürte TUI ein weiteres Rettungspaket, an dem sich der Bund mit 1,3 Milliarden Euro beteiligt.

Eine Kapitalerhöhung privater Investoren und des russischen Großaktionärs Alexej Mordaschow soll weitere 500 Millionen Euro in die Kasse spülen und für wichtige Liquidität sorgen. Zudem will der Konzern seine Kosten langfristig statt um 300 Millionen nun um 400 Millionen Euro senken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in der Börse am 10. Dezember 2020 um 07:35 Uhr.