Die Deutsche Telekom steigerte ihren Umsatz auf 80,5 Milliarden Euro. | dpa

Umsatzplus wegen US-Geschäfts Telekom knackt die 100-Milliarden-Marke

Stand: 26.02.2021 10:01 Uhr

Erstmals hat die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro erreicht - wegen eines Zukaufs in den USA. Für den Netzausbau muss der Konzern aber auch enorme Summen investieren.

Die Übernahme des US-Konkurrenten Sprint durch die US-Tochter T-Mobile US hat sich für die Deutsche Telekom bezahlt gemacht. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bonner Konzern 101 Milliarden Euro Umsatz, so viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Im Vergleich zu 2019 beträgt das Plus 25,4 Prozent. Ohne die Sprint-Übernahme und ohne Wechselkurseinflüsse, hätte das Plus nur bei drei Prozent gelegen.

"Wir haben einen wegweisenden Deal in den USA abgeschlossen, unsere Marktposition in Europa verbessert und gleichzeitig mit unseren stabilen Netzen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Folgen geleistet", sagte Firmenchef Tim Höttges.  

Milliardeninvestitionen in Netzausbau

Das von Corona geprägte Geschäftsjahr brachte Licht und Schatten für die Telekom. Die Schließung der Verkaufsshops belastete, die verminderte Reisetätigkeit ließ die Einnahmen durch Roaming-Gebühren schrumpfen. Hinzu kommt, dass das Geschäft mit Großkunden Schwäche zeigte. Denn in Pandemie-Zeiten entschlossen sich viele Unternehmen dazu, Investitionen vorerst zu verschieben.

Für die Telekom kommt das indes nicht in Frage: Im laufenden Jahr muss der Konzern einen Milliardenbetrag investieren, um die Netze in Deutschland, Europa und den USA auszubauen und auf den neuen Mobilfunkstandard 5G umzurüsten. Im Jahr 2020 investierte das Management bereits 17 Milliarden Euro, im laufenden Geschäftsjahr werden es weitere 18,4 Milliarden sein.

Im Ausland macht die Telekom bereits drei Viertel des Geschäfts, 2019 waren es knapp 70 Prozent.   

Auch der Gewinn steigt

Unter dem Strich verdiente die Telekom 4,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die eigenen Prognosen wurden damit erreicht. Im laufenden Jahr soll der Umsatz leicht steigen. Das Management rechnet aber weiterhin mit einem negativen Einfluss durch die Corona-Krise.

In ersten Reaktionen lobten die Analysten von JPMorgan und Jefferies die "sehr starken Leistungskennzahlen" für den heimischen Markt. Der Ausblick sei weitgehend wie erwartet, so Jefferies-Experte Ulrich Rathe. Akhil Dattani von JPMorgan indes nannte ihn "gemischt".

Die Anleger und Marktteilnehmer interessieren sich bei ihrer Kaufentscheidung in besonderer Weise für Prognosen und Ausblicke, um die künftige Unternehmensentwicklung einschätzen und einordnen zu können.   

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. Februar 2021 um 09:15 Uhr.