Flugzeug am Boden | FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/Shutter

Am Donnerstag Streik bei Lufthansa-Tochter Eurowings

Stand: 04.10.2022 18:37 Uhr

Die Piloten-Gewerkschaft VC hat für Donnerstag einen 24-stündigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings angekündigt. Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag seien gescheitert.  

Im Streit über die Arbeitsbedingungen bei Eurowings hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem ganztätigen Streik bei der Lufthansa-Tochter am Donnerstag aufgerufen. Der Arbeitskampf beim Billigflieger dauere von 00.00 bis 23.59 Uhr, teilte die VC heute mit. Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag bei Eurowings seien gescheitert. Zehn Gesprächsrunden hätten zu keiner nennenswerten Annäherung geführt.

Zentrale Forderung der VC sei die Entlastung der Beschäftigten etwa durch die Reduzierung der maximalen Flugdienstzeiten sowie die Erhöhung der Ruhezeiten. Seit 2015 habe es hier keine Anpassungen gegeben. Die Gewerkschaft hoffe auf eine rege Teilnahme seiner Mitglieder am Streik, teilte Cockpit-Sprecher Matthias Baier gegenüber tagesschau.de mit.

Arbeitskampf die letzte Wahl  

Die Arbeitsbelastung sei erheblich gestiegen, erklärte die Gewerkschaft. "Der Arbeitgeber schöpft regelmäßig die Einsatzzeit der Kolleginnen und Kollegen bis zum zulässigen Maximum aus, das kann kein Dauerzustand sein." Man bedauere die Einschränkungen für die Fluggäste. Doch aufgrund des mangelnden Entgegenkommens des Managements bleibe derzeit nur die Option, den Forderungen mit einem Arbeitskampf Nachdruck zu verleihen.

Insgesamt besteht die Eurowings-Flotte aus 75 Flugzeugen. Wie viele Flüge ausfielen, hänge davon ab, wie gut es der Fluggesellschaft gelinge, Ersatzverbindungen zu organisieren, so Baier. Beim Streik gehe es explizit nur um Eurowings und nicht um Eurowings Discover.

"Wir sind offen für Gespräche darüber, wie wir langfristig zumutbare Arbeitszeiten für die Mitarbeiter bei Eurowings erreichen können", sagte Marcel Gröls, Vorsitzender Tarif der Vereinigung Cockpit. Bisher sei es aber nicht möglich, sich mit dem Arbeitgeber auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen. "Es reicht nicht, am Verhandlungstisch zu sitzen, man muss auch Lösungswillen mitbringen und Gegenforderungen nicht als Angebot präsentieren."