Fertgung des Grandland X im Opelwerk Eisenach  | dpa

Einigung über deutsche Werke Aufatmen bei Opel

Stand: 17.11.2021 16:43 Uhr

Die Beschäftigten in den deutschen Opel-Werken können aufatmen: Der Streit zwischen Arbeitnehmervertretung und dem Mutterkonzern ist beigelegt. Die Standorte sind vorerst gesichert.

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis und die Arbeitnehmervertreter der deutschen Werke haben ihre Differenzen beigelegt. Das Werk in Eisenach ist vorerst gesichert. Wie der Mutterkonzern Stellantis mitteilte, wird die dortige Produktion des Modells Grandland in der ersten Januarwoche wieder aufgenommen. Wegen Halbleitermangels hatte Stellantis das Werk in Westthüringen Ende September vorerst aus vom Netz genommen, die Mitarbeitenden auf Kurzarbeit gesetzt und die Herstellung des Kompakt-SUV ins französische Sochaux verlegt.

Dank flexibler Planung und umfassender Maßnahmen des Konzerns sei es nun gelungen, die Versorgung mit elektronischen Bauteilen zu verbessern. In Eisenach werde künftig das komplette Volumen des Grandland montiert, hieß es. Der Eisenacher Betriebsratschef Bernd Lösche reagierte erleichtert auf die Vereinbarung, die laut einer internen Mitteilung mindestens bis Ende 2022 gilt. "Der Grandland exklusiv für Eisenach bringt nun die verbindliche Zusage, die wir in Eisenach brauchen, um mehr Zukunftssicherheit zu erlangen", so Lösche.

Keine Eingliederung bei Stellantis

Auch die Astra-Fabrik am Stammsitz Rüsselsheim solle innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weitergeführt werden, teilte Stellantis weiter mit. Die Herauslösung beider Standorte aus der GmbH und deren Eingliederung in die Stellantis-Gruppe sind damit vom Tisch - und entscheidende Streitpunkte mit der IG Metall und dem Opel-Betriebsrat ausgeräumt, betonte die Gewerkschaft.

"Die Ausgliederung und Zerschlagung von Opel konnte verhindert und die Beschäftigung gesichert werden", erklärte der Vorsitzende des IG-Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Man habe einen entsprechenden Tarifvertrag abgeschlossen. "Ich hoffe, dass das Management in Zukunft das Unternehmen konstruktiver und transparenter lenkt und Opel ab jetzt nur noch mit innovativen Fahrzeugen die Beschäftigten und die Öffentlichkeit begeistert", so Köhlinger.

Politik in Sorge um Opel-Standorte

Aus Sorge um die Zukunft der Opel-Standorte in ihren Ländern hatten die Regierungschefs von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen das Gespräch mit Stellantis-Chef Carlos Tavares gesucht. Die Wirtschaftsminister der drei Länder hatten zudem für Freitag ein Treffen mit Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz vereinbart. Neben dem Stammwerk in Rüsselsheim und der Fabrik in Eisenach hat Opel in Kaiserslautern noch ein Komponentenwerk.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. November 2021 um 16:43 Uhr.