Flaggen wehen vor der Konzernzentrale vom Energiekonzern RWE. | dpa

Expansion in den USA RWE kauft Solarfirma - Katar größter Aktionär

Stand: 02.10.2022 19:12 Uhr

RWE übernimmt für 6,8 Milliarden Dollar einen US-Solar-Spezialisten. Der Deal wird durch den katarischen Staatsfonds mitfinanziert, der dadurch zum größten Aktionär des Energieversorgers aus Essen wird.

RWE verstärkt sein Geschäft mit Erneuerbaren Energien in den USA mit einem fast sieben Milliarden Euro schweren Zukauf. Der Energiekonzern kauft dem Regionalversorger Con Edison aus New York den Solaranlagen-Entwickler und -Betreiber Con Edison Clean Energy Businesses ab. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben und wird laut RWE voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 erfolgen.  

Mit der 6,8 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) - einschließlich Schulden - umfassenden Übernahme verdoppelt RWE nach eigenen Angaben seinen Bestand an Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Anlagen in den USA fast und kommt nun auf eine installierte Leistung von 7,2 Gigawatt.

Katar steigert durch Mitfinanzierung RWE-Anteil

Für RWE ist es die größte Übernahme seit der Abspaltung von Innogy 2018. Bei der Finanzierung bekommt der Essener Konzern Unterstützung vom Staatsfonds von Katar, QIA. Dieser zeichnet eine 2,43 Milliarden Euro schwere Pflichtwandelanleihe. Damit kann QIA mit gut neun Prozent bei RWE einsteigen und zu dessen größtem Aktionär aufsteigen. Der Golfstaat ist in Deutschland bereits bei der Deutschen Bank, bei Volkswagen und Porsche engagiert.

"Die Übernahme von Con Edison Clean Energy Businesses bedeutet einen enormen Schub für die grüne Expansion von RWE in den USA, einem der attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für erneuerbare Energien", sagte Vorstandschef Markus Krebber. Damit werde RWE in den USA zur Nummer zwei unter den Betreibern von Solaranlagen und zur Nummer vier bei Erneuerbaren Energien insgesamt. Der Abstand zur Nummer eins, NextEra, der auf eine installierte Leistung von 58 Gigawatt kommt, ist aber groß.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2022 um 19:00 Uhr.