DHL-Mitarbeiter stehen vor Lastwagen und streiken. | dpa

Verzögerte Zustellung Tausende Post-Beschäftigte im Streik

Stand: 20.01.2023 14:22 Uhr

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post streiken deutschlandweit Tausende Beschäftigte der Brief- und Paketzentren. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen. Die Zustellung von Briefen und Paketen verzögert sich.

Der Tarifstreit zwischen ver.di und der Deutschen Post ist in vollem Gange. Tausende Post-Mitarbeitende sind dem Aufruf von ver.di gefolgt: Sie haben ihre Arbeit niedergelegt und demonstrieren für höhere Löhne. Die Gewerkschaft hatte nach gescheiterten Tarifgesprächen bundesweit alle Beschäftigten in Brief- und Paketzentren zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.

ver.di und Post sprechen von hoher Beteiligung

"Insgesamt sind bisher rund 16.700 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt, das heißt rund ein Drittel der aktuell heute anwesenden Beschäftigten", sagte ein Sprecher der Post. Die Gewerkschaft ver.di gab die Anzahl der Teilnehmenden an dem Warnstreik seit Donnerstagabend mit 15.000 an.

Schon am frühen Morgen waren es allein im Südwesten Deutschlands rund 2000 Streikende, wie eine ver.di-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte. An den angekündigten Standorten, darunter Freiburg, Lahr, Mannheim, Karlsruhe und Heilbronn, gingen die Mitarbeitenden auf die Straße. Einige demonstrierten bei frostigen Temperaturen schon in der Nacht.

"Die Beteiligung war in der Nacht bereits sehr gut", berichtete auch Thomas Großstück, ver.di-Sprecher für Nordrhein-Westfalen. "Sehr viele Kolleginnen und Kollegen machen mit."

In Berlin und Brandenburg zählte die Gewerkschaft in der Nacht rund 300 Teilnehmende.

Pakete kommen verzögert an

Die Deutsche Post betreibt in Deutschland 82 Briefzentren, 38 Paketzentren sowie zwei internationale Postzentren. Alle Paketzentren und nahezu alle Briefzentren würden bestreikt, sagte ein ver.di-Sprecher. Teilweise würden sich auch Beschäftigte der Brief- und Paketzustellung am Streik beteiligen.

"Es wird natürlich zu Verzögerungen kommen, allein durch die Menge der Pakete, die betroffen sind", sagte ein Post-Sprecher. Je nach Ende der Streikaktivitäten vor Ort sei es möglich, dass Briefe und Pakete erst in der ersten Hälfte der kommenden Woche ausgeliefert werden können, teilte die Deutsche Post mit.

Von den Warnstreiks am Freitag seien bundesweit rund 2,3 Millionen Paketsendungen betroffen. Dies entspreche etwa einem Drittel der durchschnittlichen Tagesmenge. Betroffen seien auch rund 13 Millionen Briefsendungen, was etwa einem Viertel der durchschnittlichen Tagesmenge entspreche, hieß es weiter.

Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Gehalt

In der zweiten Verhandlungsrunde für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten hatte es keine Fortschritte gegeben. Die Gewerkschaft verlangt 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Der Post-Vorstand hatte die Forderung als unrealistisch abgelehnt. Die Tarifverhandlungen gehen am 8. und 9. Februar weiter.

Die Post zeigte Unverständnis für die Arbeitsniederlegung: "Da wir bereits angekündigt haben, in der dritten Runde ein Angebot vorzulegen, sind Warnstreiks aus unserer Sicht unnötig, da sie letztlich nur zu Lasten unserer Kundinnen und Kunden gehen", sagte ein Sprecher.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Januar 2023 um 12:20 Uhr.