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Zielmarken vor Börsengang Porsche lockt mit Gewinnsprüngen

Stand: 18.07.2022 16:28 Uhr

Der VW-Konzern will die Porsche AG voraussichtlich noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Vor Investoren beschrieb der Sportwagenbauer nun, wie er Umsatz, Gewinn und Rendite kräftig steigern will.

Der Sportwagenhersteller Porsche will seine Profitabilität deutlich steigern. Im vergangenen Jahr hatte die Marge von Porsche bei 16 Prozent gelegen, in diesem Jahr sollen es 17 bis 18 Prozent werden. Das entspräche bei einem angestrebten Wachstum von 33 auf 38 bis 39 Milliarden Euro Umsatz einem operativen Ergebnis für 2022 von rund sieben Milliarden Euro.

Doch dabei will es Porsche nicht belassen, in den kommenden Jahren soll der Umsatz um jährlich durchschnittlich sieben bis acht Prozent wachsen. Die Marge soll 17 bis 19 Prozent erreichen. Langfristig strebt die Volkswagen-Tochter eine operative Rendite vor Zinsen und Steuern in Höhe von 20 Prozent des Umsatzes an. Das sagte Finanzchef Lutz Meschke auf einer Investorenveranstaltung.

Gutes Geschäft dank vieler reicher Kunden

Um die Ergebnisverbesserungen zu erreichen, setzt der Konzern auch verstärkt auf vollelektrische Modelle. Hier sieht Meschke noch bessere Möglichkeiten beim Verkaufspreis als bei Verbrennern. Porsche plant, Ende des Jahrzehnts 80 Prozent seiner Verkäufe rein elektrisch zu bestreiten.

Auch Porsche-Chef Oliver Blume rechnet mit guten Geschäften in den kommenden Jahren, vor allem dank einer steigenden Anzahl sehr reicher Personen weltweit. "Stückzahlen waren für uns nie die treibende Kraft", betonte Blume. "Sie sind Ergebnis einer erfolgreichen Produktstrategie." Dazu ist unter anderem eine dritte Geländewagen-Baureihe geplant, die oberhalb des Porsche "Cayenne" angesiedelt ist.

Mit dem an der Börse hoch bewerteten italienischen Luxus-Sportwagenbauer Ferrari will sich Porsche nur begrenzt vergleichen. Porsche sei mit rund 300.000 verkauften Autos anders als die Italiener kein Nischenanbieter. "Wir verbinden Luxus mit Größenvorteilen. Das macht uns einzigartig", so Blume.

80 Milliarden Euro Unternehmenswert?

Porsche soll möglichst noch in diesem Jahr vom VW-Konzern an die Börse gebracht werden, geplant ist bislang eine Notierung im vierten Quartal. Mit dem Erlös will Porsche unter anderem seine Elektroauto-Strategie finanzieren. Die endgültige Entscheidung über einen Börsengang stehe noch aus, sagte Blume. Volkswagen werde sich in den nächsten Wochen dazu äußern. Über die künftige industrielle Zusammenarbeit mit Volkswagen, von der Porsche sehr profitiert, werde derzeit noch verhandelt. Die Porsche AG gilt als wertvollster Teil des VW-Konzerns. Analysten schätzten ihn auf mehr als 80 Milliarden Euro.