Eine Frau trainiert auf einem Rad der Firma Peloton. | AP

US-Hersteller Peloton Corona-Boom bei Fitnessgeräten flaut ab

Stand: 27.08.2021 10:27 Uhr

Beim Fitnessgerätehersteller Peloton gibt es deutliche Anzeichen für ein Abflauen des Corona-Booms. Das Wachstum lässt nach, die Konkurrenz auf dem Markt für Heimgeräte wird stärker. Und es gibt weitere Probleme.        

In der Corona-Krise war der US-Fitnessgerätehersteller Peloton mit vernetzten Trainings-Bikes und Fitnessgeräten für den Heimbedarf angesichts geschlossener Fitnessstudios einer der großen Profiteure. Zum Geschäftsmodell der Firma gehört es auch, monatliche Abos für Trainingsstunden zu verkaufen. Das Ergebnis: Peloton gelangen hohe Wachstumsraten. Der Kundenansturm war enorm. Doch nach dem Boom in der Corona-Krise flaut der Zuwachs nun deutlich ab.

Im abgeschlossenen Geschäftsquartal bis Ende Juni steigerte das Unternehmen den Umsatz im Jahresvergleich zwar um 54 Prozent auf 936,9 Millionen Dollar, was 797 Millionen Euro entspricht. Im vorherigen Quartal hatte er jedoch noch um mehr als das Doppelte zugelegt und über eine Milliarde Dollar betragen. An der Börse sackte der Peloton-Aktienkurs zunächst kräftig ab.

Unter dem Strich ein Verlust

An der heftigen Kursreaktion lässt sich beobachten, wie sehr die Dynamik an den Finanzmärkten von Erwartungen und Hoffnungen bestimmt ist. Ein Umsatzplus, das für viele andere Unternehmen ein großer Erfolg wäre, kann unter bestimmten Umständen als herbe Enttäuschung gelten.

Aber es ist nicht nur das mögliche Ende des Corona-Booms, das beim Unternehmen für Probleme sorgt. Das Peloton-Management warnte, dass höhere Kosten und starke Preissenkungen bei einigen Produkten die Bilanz im aktuell laufenden Vierteljahr belasten dürften. Peloton ist mit zunehmender Konkurrenz im Markt für Fitnessgeräte für den heimischen Gebrauch konfrontiert, was nun auch ein Grund für die starken Preisnachlässe für Workout-Bikes gewesen sein dürfte.

Ebenfalls für Nervosität unter den Anlegern sorgte, dass Peloton ein nicht näher definiertes Buchhaltungsproblem einräumte. Geld verdiente das Unternehmen im vergangenen Quartal auch nicht, der Verlust betrug 313 Millionen Dollar.

Probleme mit dem Laufband

Darüber hinaus litten die Geschäfte zuletzt unter einem vorübergehenden Verkaufsstopp der Peloton-Laufbänder vom Typ Tread+, die im Mai wegen einer Reihe von Unfällen zurückgerufen werden mussten. Das über 4000 Dollar teure Laufband Tread+ wurde als gefährlich eingestuft, weil Kinder unter die hintere Walze des Laufbands gezogen werden könnten.

Beim etwas günstigeren Modell Tread könne der Bildschirm abbrechen und die Nutzer verletzen, hatten Peloton und die US-Verbraucherschutz-Behörde CPSC gewarnt. In Deutschland verkauft Peloton die Laufbänder nicht, sondern beschränkt sich auf seine Trainings-Bikes.