Ein Flugzeug im Landeanflug | dpa

Inlandsflüge eingebrochen Zwei Drittel weniger Passagiere als vor Corona

Stand: 31.01.2022 10:24 Uhr

Während die Luftfracht weiter wächst, sind die Passagierzahlen auch 2021 deutlich unter dem Vorkrisenniveau geblieben. Billigflieger wie Ryanair und Easyjet rechnen aber mit einem Boom ihres Geschäfts im Sommer.

Der deutsche Luftverkehr ist nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts auch 2021 deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau geblieben. Die Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen stiegen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 27,3 Prozent auf 73,6 Millionen Menschen. Das war aber immer noch nur ein knappes Drittel (32,4 Prozent) des Volumens aus dem Rekordjahr 2019.

Während sich der Verkehr innerhalb Europas deutlich erholte, flogen auf Inlandsverbindungen sogar 19,3 Prozent weniger Passagiere als noch 2020. Bei Interkontinentalflügen gab es angesichts eines deutlich geringeren Flugangebots und strikter Vorgaben nur einen leichten Zuwachs. Die Passagierzahl blieb hier unter einem Viertel des Vorkrisenniveaus.

Luftfracht profitiert

Ein ganz anderes Bild bietet die Luftfracht, die auch von Problemen in der globalen Schifffahrt profitiert. Angesichts der Abfertigungsprobleme in den Container-Häfen ist die Nachfrage nach einem Transport über den Luftweg deutlich gestiegen. Die in Deutschland abgefertigte Menge einschließlich der Luftpost stieg 2021 um 17,5 Prozent auf 5,3 Millionen Tonnen. Diese Menge übertraf auch den Vorkrisenwert des Jahres 2019 um 12,7 Prozent.

In der Luftfahrtbranche wächst aber die Zuversicht, dass auch die Passagierzahlen in diesem Jahr deutlich anziehen werden. Europas größter Billigflieger Ryanair plant für den Sommer sogar mit mehr Flügen als vor der Corona-Krise. Die angebotene Sommer-Kapazität liege derzeit 14 Prozent höher als im Sommer 2019. Auch Ryanairs britischer Wettbewerber Easyjet rechnet in diesem Sommer mit hohen Buchungszahlen, nachdem die britische Regierung die Corona-Regeln für die Einreise nach England aufgehoben hat. In den kommenden fünf Jahren will Easyjet insgesamt 1000 Pilotinnen und Piloten einstellen.

Kurzfristige Buchungen

Noch halten sich die Kunden aber infolge der Omikron-Welle bei den Ticketbuchungen zurück. Die Kunden kauften ihre Tickets nach wie vor sehr kurzfristig, so Ryanair. Das irische Unternehmen will die Nachfrage im laufenden Quartal daher mit deutlichen Preissenkungen ankurbeln.

Im Schlussquartal 2021 zählte Ryanair rund 31,1 Millionen Reisende und damit fast viermal so viele wie zu Beginn des ersten Corona-Winters ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg noch stärker auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 96 Millionen Euro, rund 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Ryanair-Chef Michael O'Leary weiterhin mit einem Verlust zwischen 250 und 450 Millionen Euro, nachdem er bis kurz vor Weihnachten noch von 100 bis 200 Millionen Minus ausgegangen war.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Januar 2022 um 09:37 Uhr.