Windräder und ein Kraftwerk | dpa

Öko-Rangliste Gute Noten für deutsche Unternehmen

Stand: 12.12.2020 17:15 Uhr

Fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen treiben viele Staaten ihre Pläne zur CO2-Reduktion voran. Auch deutsche Konzerne haben Fortschritte gemacht. Das zeigt die Nachhaltigkeitsliste des Carbon Disclosure Project (CDP).

Wichtige Entscheidungen in Sachen Weltklima stehen derzeit an. Die EU hat sich soeben zu einer Verschärfung ihrer Emissionsziele durchgerungen. Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen in Europa um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Bislang hatte man eine Reduktion des Treibhausgases um 40 Prozent angestrebt. Und an diesem Wochenende findet eine virtuelle Klimakonferenz statt - als Ersatz für den ursprünglich geplanten Klimagipfel in Glasgow, der aufs nächste Jahr verschoben wurde.

Klima, Wald und Wasser

Europäische und dabei besonders deutsche Großunternehmen haben in den vergangenen Monaten ihre Hausaufgaben in Sachen Klimaschutz deutlich besser erledigt als im Jahr zuvor. Die Aufnahme in die Liste der Nonprofit-Organisation CDP gilt inzwischen als wichtiges Qualitätssiegel für Unternehmen. Auf dieser "A-Liste", die insgesamt 317 Unternehmen umfasst, finden sich in diesem Jahr 19 deutsche Großkonzerne.

Das sind fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, und kein europäisches Land hat mehr Unternehmen, die in Sachen Klimaschutz die Adelung durch das CDP erfahren haben. Allerdings haben es auch 19 französische Firmen in die Liste geschafft. Die Organisation "Carbon Disclosure Project" bewertet die Unternehmen nach drei Umweltschutz-Bereichen: Klimaschutz, Erhaltung der Wälder und der Wassersicherheit.

Symrise deutscher Spitzenreiter

Vorreiter in allen drei Bereichen sind gemäß CDP lediglich zehn von 9600 Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsdaten öffentlich gemacht haben. Darunter ist auch der deutsche Duft- und Aromen-Hersteller Symrise. Dieser gewinnt etwa das Palmöl, das er für seine Produktion benötigt, ausschließlich aus nachhaltigen Quellen.

Die beiden Chemiekonzerne Bayer und BASF, die GEA Group und auch VW machten sich laut Ranking um den Gewässerschutz verdient, Bayer kam zudem auch in Sachen Klimaschutz auf die A-Liste. Dort stehen unter anderen auch die Energieversorger E.ON und EnBW, Software-Konzern SAP oder der Baustoff-Hersteller HeidelbergCement.

Finanzindustrie schaut auf Nachhaltigkeitskennziffern

Europäische Unternehmen stellen in der A-Liste mit 133 Vertretern die Mehrheit, nur halb so viele kommen aus den USA. Die Aufnahme in den Kreis für nachhaltige Unternehmen bedeutet für die Firmen nicht nur ein besseres Image in Sachen Klima- und Umweltschutz: Immer mehr Großinvestoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder Fondsgesellschaften legen bei ihren Investitionsentscheidungen auch harte Nachhaltigkeitskriterien an.

Der Markt für "ESG"-Fonds wächst seit Jahren dynamisch. Das Kürzel steht für Environment, Social und Governance (Unternehmensführung). Die Investoren und Fondsmanager schauen sich neben speziellen Nachhaltigkeitsrankings auch die Ergebnisse des CDP genau an, bevor sie etwa Aktien eines Unternehmens kaufen. Mehr Transparenz über den Stand von Klima- und Umweltschutz in den Firmen dürfte auch die Voraussetzung dafür sein, dass die Klimaziele der EU und UN erreichbar werden.