Lim Kok Thay | picture alliance/dpa

Insolvente MV-Werften Genting-Chef tritt zurück

Stand: 24.01.2022 10:19 Uhr

Der Milliardär Lim Kok Thay ist als Chef der insolventen Kreuzfahrkonzerns Genting Hongkong zurückgetreten. Dessen deutsches Tochterunternehmen MV Werften kämpft ebenso ums Überleben.

Der malaysische Milliardär Lim Kok Thay ist als Vorsitzender und Geschäftsführer des insolventen Kreuzfahrtkonzerns und MV-Werften-Eigners Genting Hongkong zurückgetreten. Das teilte das Unternehmen an der Hongkonger Börse mit.

Neben dem Chef trat auch der Vizegeschäftsführer und Präsident der Genting-Gruppe, Colin Au, zurück. Das Unternehmen suche nach passenden Kandidaten, um die Stellen neu zu besetzen. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens blieb heute ausgesetzt.

Insolvenzverwalter eingesetzt

Gleichzeitig wurden Insolvenzverwalter eingesetzt, die eine Restrukturierung des angeschlagenen Unternehmens ausarbeiten sollen. Ein Gericht in Bermuda hatte am Freitag die Insolvenzverwalter Edward Simon Middleton, Wing Sze Tiffany Wong und Edward Alexander Niles Whittaker berufen. Sie sollen eine Vereinbarung mit den Geldgebern ausarbeiten, die ein Überleben des Genting-Konzerns möglich macht.

Zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie, die das Kreuzfahrtgeschäft schwer getroffen hat, ist die Abwicklung von Genting Hongkong ein Rückschlag für die MV-Werften. Die deutschen Werftenstandorte, die Genting Honkong 2016 übernommen hatte, mussten bereits Anfang Januar Insolvenz anmelden.

"Rückschlag für die MV Werften"

Der vorläufige Insolvenzverwalter der MV-Werften, Christoph Morgen, sagte in der vergangenen Woche: "Der Gang von Genting ins Gläubigerschutzverfahren ist erst mal ein Rückschlag auch für die MV Werften, da die zu Genting gehörenden Dream Cruises der Kunde für die Global One ist." Die "Global One" soll mit Platz für fast 10.000 Passagiere das weltweit größte Kreuzfahrtschiff werden und wird derzeit in den MV Werften gebaut. Sie ist bereits zu 75 Prozent fertiggestellt.

Der 70-jährige Lim Kok Thay, der reichste Malaysier, gründete das Unternehmen Genting Hongkong bereits 1993 unter dem Namen Star Cruises. Heute betreibt der asiatische Tourismuskonzern auch Schiffe unter den Marken Dream Cruises und Crystal Cruises sowie die Resorts World Manila. Hauptmärkte waren Hongkong und China. 76 Prozent der Anteile am Kreuzfahrtgeschäft gehören dem Milliardär selbst.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Januar 2022 um 17:25 Uhr.