Frau beim Einkauf in einem Bekleidungsgeschäft | picture alliance / photothek

Krieg, Inflation, Lieferprobleme Modebranche in der Krise

Stand: 30.11.2022 11:12 Uhr

Die Aussichten für die globale Modeindustrie sind so düster wie lange nicht, vor allem in Europa. Erste Unternehmen wie der Konzern H&M legen bereits Sparprogramme auf.

Der Krieg in der Ukraine, die steigende Inflation und gestörte Lieferketten stellen die Modeindustrie weltweit vor große Herausforderungen. Die Branche steuere auf einen globalen Abschwung zu, prognostizierten die Unternehmensberatung McKinsey & Company und der Branchen-Informationsdienst "Business of Fashion" in ihrer neuen Studie "The State of Fashion 2023".

Laut der Studie rechnen etwa 56 Prozent der Verantwortlichen in der Modebranche mit einer Verschlechterung der Bedingungen für die Modeindustrie - und das, obwohl sich die Bekleidungsbranche nach dem durch die Corona-Pandemie verursachten Einbruch zunächst rasch erholte: Der weltweite Umsatz wuchs 2021 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stieg auch in der ersten Jahreshälfte 2022 noch einmal um 13 Prozent.

Luxussegment ist krisenfester

Für 2023 erwarten die Verfasser der Studie nun aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs zwar noch ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent im Luxussegment - aber auch nur dort. "Für den Rest der Branche dürfte das Wachstum im Jahr 2023 stagnieren oder sogar negativ sein", heißt es in der Studie.

Zudem dürfte es laut der Studie regionale Unterschiede geben: Das größte Wachstumspotenzial sehen die Unternehmen der Modebranche 2023 noch im Nahen Osten und in Nordamerika. Dagegen hätten sich die Aussichten vor allem in Europa eingetrübt.

H&M will Stellen streichen

Die schwedische Modekette H&M hatte bereits im September angekündigt, man wolle ein Programm zur Senkung von Kosten auflegen. Inflation, zurückhaltende Kunden und einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Abwicklung des Russlandgeschäfts hatten beim Modehändler zu einem Gewinneinbruch im dritten Quartal geführt. Das Unternehmen werde rund 1500 Stellen streichen und im vierten Quartal eine Restrukturierungsbelastung von rund 73,24 Millionen Euro verbuchen.

"Das von uns initiierte Kosten- und Effizienzprogramm beinhaltet die Überprüfung unserer Organisation, und wir sind uns der Tatsache bewusst, dass Kollegen davon betroffen sein werden", sagte Konzernchefin Helena Helmersson: "Wir werden unsere Kollegen dabei unterstützen, die bestmögliche Lösung für ihren nächsten Schritt zu finden."