Lufthansa-Maschine beim Start | dpa

Rückzahlung von Staatshilfen Lufthansa beschließt Kapitalerhöhung

Stand: 19.09.2021 21:46 Uhr

In der Pandemie bewahrte der Bund die Lufthansa mit einer Milliardenspritze vor der Pleite. Nun will der Konzern frisches Geld bei den Aktionären einsammeln, um die Hilfen zu tilgen - und den Staatseinfluss loszuwerden.

Die Lufthansa will mit einer Milliarden-Kapitalerhöhung den Staat als Miteigentümer loswerden. Der Bruttoemissionserlös soll 2,14 Milliarden Euro betragen, wie die Airline mitteilte. Anleger können vom 22. September bis 5. Oktober zu einem Preis von 3,58 Euro je neuer Aktie zugreifen.

Den Erlös aus der Kapitalerhöhung will die Lufthansa dazu nutzen, die beiden Stillen Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), von denen sie 2,5 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat, bis Ende des Jahres zurück zu zahlen. Die ersten 1,5 Milliarden Euro sollen im Oktober, der Rest bis zum Jahresende getilgt werden.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung hatte die Fluggesellschaft angesichts des in der Corona-Krise brachliegenden Luftverkehrs mit einer milliardenschweren Eigenkapitalspritze vor der Pleite bewahrt. Bis Mitte August hielt der WSF einen Anteil von 20 Prozent an der Airline, verkaufte dann aber gut vier Prozent "vor dem Hintergrund der positiven Unternehmensentwicklung".

Spohr erwartet weitere Konsolidierung

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte erst jüngst betont, er wolle die Rückzahlung der deutschen Staatshilfen noch mit der derzeitigen Bundesregierung regeln. "Wir würden gern noch mit den jetzigen Ansprechpartnern Klarheit schaffen", sagte der Chef von Deutschlands größter Airline vor knapp zwei Wochen.

Die Rückzahlung aller Staatshilfen gilt auch als Voraussetzung für weitere Fusionen und Übernahmen unter Europas Fluggesellschaften. So lange die Unternehmen der Branche staatlich gestützt werden, sind ihnen Zusammenschlüsse untersagt. Schon vor der Corona-Krise sei klar gewesen, dass es zu einer weiteren Konsolidierung kommen werde, sagte Spohr.

Die Krise habe in diesem Prozess quasi die Pause-Taste gedrückt. "In dem Moment, wo diese staatlichen Stabilisierungen zurückgezahlt werden, wird diese Pause-Taste wieder auf Play umswitchen", sagte der Manager. "Denn wir haben viel zu viele Airlines in Europa."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2021 um 23:00 Uhr.