Roboter unterstützen bei der Batteriefertigung bei Bosch | picture alliance/dpa/Bosch

Lithium-Förderung Vulcan sichert sich neue Lizenzen

Stand: 04.01.2022 12:21 Uhr

Das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energie hat sich neue Lizenzen für den Lithium-Abbau gesichert. Der Rohstoff wird für die Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt.

Das auf Lithium spezialisierte deutsche Start-up Vulcan Energie hat sich neue Lizenzen zum Lithiumabbau im Oberrheingraben gesichert. Dabei handele es sich um eine Gewinnungslizenz für Erdwärme und vier Explorationslizenzen für die geothermische Energiegewinnung und Lithium, teilte das Unternehmen mit.

"Die Identifizierung neuer Gebiete mit Potenzial für die geothermische Energieerzeugung und CO2-freie Lithiumherstellung im Oberrheingraben ist ein Erfolg der unermüdlichen Arbeit unserer Experten", erklärte Geschäftsführer Horst Kreuter. "Die bislang abgedeckten Produktionskapazitäten können wir nunmehr ergänzen und zeitnah ausbauen."

Lithium aus Thermalwasser

Das deutsche Unternehmen ist eine Tochter des australischen Konzerns Vulcan Energy. Mit der neuen Lizenz soll Lithium aus Thermalwasser im Oberrheingraben zwischen Basel und Frankfurt gewonnen werden. Dafür wird zunächst das heiße Wasser aus dem Untergrund nach oben gepumpt, um Strom zu erzeugen. Anschließend wird aus dieser Sole das Lithium herausgefiltert, die Energie dafür liefert die Geothermie. So soll der Prozess CO2-frei sein. Das Wasser kann im Anschluss recycelt werden und wird wieder zurück in den Boden geleitet.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Unternehmen bekannt gegeben, ein Geothermiewerk in der Pfalz zu übernehmen, um eine neue Test-Anlage für die Lithiumproduktion aufzubauen. Nun muss das Unternehmen den Beweis erbringen, dass sich die konventionelle Förderung lohnt. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" sagte der Geschäftsführer, für eine gewinnbringende Produktion müssten etwa 90 Prozent des im Thermalwasser enthaltenen Lithiums herausgefilert werden. Bisher hat die Firma das nur in kleinen Mengen erprobt.

Kunden sind Renault und VW

Der Rohstoff ist besonders für die Herstellung von Batterien für Elektroautos wichtig. Und Vulcan hat schon die ersten Kunden für das wertvolle Metall: Im November hatte Mutterkonzern Vulcan Energy einen Vertrag mit Renault abgeschlossen. Der französische Autohersteller solle ab 2026 über sechs Jahre 26.000 bis 32.000 Tonnen Lithium von dem Start-up beziehen. Bereits im August hatten die Firmen einen Vertrag über 17.000 Tonnen abgeschlossen. Neben Renault zählen auch Volkswagen, der Opel-Mutterkonzern Stellantis, der Recycling-Spezialisten Umicore und der Batteriehersteller LG Chem zu den Kunden des Start-ups.