Pommes von KFC. | ARD-Studio Nairobi

Konflikt mit KFC Fritten-Streit in Kenia vor dem Ende

Stand: 21.01.2022 10:13 Uhr

Wochenlang gab es Zoff zwischen kenianischen Landwirten und der Imbiss-Kette KFC - um die Frage, wo die Kartoffeln angebaut werden, die das Unternehmen verkauft. Jetzt ist eine Einigung erzielt.

Von Norbert Hahn, ARD-Studio Nairobi

Der Aufstand gegen die globale Imbiss-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) in Kenia hatte einige Wochen gedauert - jetzt gibt es Grund zum Durchatmen für den Hühnchenbräter. Die unverzichtbare Beilage - die Pommes Frites - sollen nun im Kartoffelanbauland Kenia selbst angebaut werden. Die Probleme beim Fritten-Import aus dem Ausland hätten dann ein Ende - und der peinliche Vorwurf, Kenianer könnten KFCs Kartoffelspezialitäten nicht selbst anbauen, auch.

Norbert Hahn ARD-Studio Nairobi
Ein Mann auf einem Kartoffelacker in Kenia.  | ARD-Studio Nairobi

In Kenia bauen viele Landwirte Kartoffeln an. KFC will bei der Pommes Frites-Produktion nun auf heimische Erdäpfel zurückgreifen. Bild: ARD-Studio Nairobi

Große Empörung in ganz Kenia

Und so war es wie ein Befreiungsschlag, als Kenias Landwirtschaftsminister Peter Munya das mutmaßliche Ende eines viel zu langen Leidens ankündigte. "KFC und wir werden nun zusammenarbeiten," sagte Munia vor der Presse. "KFC hat jetzt die Leute gefunden, mit denen sie neue Kartoffelsorten pflanzen wollen. Bis zum Juni sollen sie dann Kartoffeln von uns bekommen." Die Leute sind die Farmer und die Sorten sind die Kartoffeln, die sich gut für Fritten eignen und die KFC als weltweit neben seine Hühnerprodukte auf den Teller legt.

Die Kartoffeln kamen bislang aus dem Ausland; vor allem Europa, aber auch aus Ägypten. Als der Nachschub nach den Weihnachtsfeiertagen, die in Kenia in die Haupturlaubszeit fallen, stockte, gab es zunächst Verwunderung bei den Kunden, dann einen Aufschrei: Der Fritten-Mangel wurde zum nationalen Notstand, der Schnellbräter zum Buhmann. Presse und Fernsehen berichteten, die Kundschaft war auf der Palme. Und nicht nur die: Danson Ndegwa, Manager des Kartoffelveredlers "KG Fries", machte seinem Ärger Luft: "Unsere Farmer sind schon lange im Agrargeschäft, und sie können diejenigen Sorten anbieten, die auch die Kunden wollen." Und die Länge auch: "Die sind meist so lang wie mein Mittelfinger."

Jeden Monat Zehntausende Portionen

KFC haben solche Versprechen lange nicht gereicht. Fast schon etwas eingeschnappt erklärte das Unternehmen noch vor einer Woche, man beziehe doch schon Fleischware, Öl, Mehl und die Burger-Brötchen aus Kenia, und zwar je zu 100 Prozent. Bei den Kartoffelbauern sei KFC halt noch nicht fündig geworden.

Nun also der Befreiungsschlag, der an der Imbisstheke wieder für bessere Stimmung sorgen soll. Immerhin 30.000 Imbissportionen gehen monatlich über die kenianische Ladentheke - und wer will es sich mit so vielen Kunden verscherzen?

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Januar 2022 um 17:19 Uhr.