Werbedisplay für Apple iPhone 12

Hälfte des Konzernumsatzes iPhone bleibt Apples Zugpferd

Stand: 30.07.2021 19:25 Uhr

Voraussichtlich im Herbst wird Apple sein neues iPhone vorstellen. Trotzdem boomt das Geschäft mit den bisherigen Modellen weiter - besonders in China. Und auch immer mehr Android-Nutzer kaufen ein iPhone.

Zwar hat laut der Analysefirma Canalys der chinesische Hersteller Xiaomi im zweiten Quartal Apple auf dem weltweiten Smartphone-Markt überholt und ist jetzt neue Nummer zwei hinter Samsung. Xiaomi profitierte jedoch von den Problemen des heimischen Konkurrenten Huawei, der unter US-Sanktionen litt, und nahm dessen Platz ein. Auch Apple dürfte die Huawei-Schwäche geholfen haben.

50 Prozent mehr Erlöse mit iPhones

So erzielte der US-Konzern aus Cupertino im Sillicon Valley fast 50 Prozent mehr Einnahmen mit seinen iPhones. Mit 39,57 Milliarden Dollar machten die Geräte fast die Hälfte der gesamten Konzernerlöse aus.

Insgesamt erwirtschaftete Apple in den drei Monaten von April bis Ende Juni 81,4 Milliarden Dollar. Das ist ein Wachstum von 36 Prozent. So viel Umsatz machte der iPhone-Konzern früher nur im Weihnachtsgeschäft.

China treibt Apples Wachstum an

Größter Wachstumstreiber war China. Dort kletterten die Umsätze um 58 Prozent auf 14,76 Milliarden Dollar. "Es war nicht nur das iPhone", sagte Vorstandschef Tim Cook zum starken Abschneiden im Reich der Mitte. Es habe auch einen Quartalsrekord beim Mac, bei Wearables und bei Dienstleistungen gegeben. Kunden kombinierten ihr iPhones gern mit der Apple Watch.

Der iPhone-Boom in vielen Märkten sei nicht nur auf Apple-Kunden zurückzuführen, die ein neues modernes Modell kauften, sagte Cook. Es habe auch viele Android-Nutzer gegeben, die zum ersten Mal ein iPhone gekauft hätten.

Schon 700 Millionen Bezahlkunden bei Apple+

Neben dem langjährigen Bestseller iPhone kamen auch Dienstleistungen wie das Streaming-Angebot Apple+ besonders gut an. Firmenchef Cook sagte, mittlerweile komme der Konzern auf 700 Millionen Bezahlkunden über seine verschiedenen Plattformen. Im Vorquartal waren es noch 660 Millionen gewesen.

Unter dem Strich verdiente Apple nahezu 21,74 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie im zweiten Quartal 2020.

Chip-Engpässe belasten Macs und iPads

Das Wachstum wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn nicht Lieferengpässe bei Chips Apple gebremst hätten. Sie trafen vor allem Macs und iPads.

Die Analysten-Erwartungen wurden klar übertroffen. Offenbar waren aber die Flüsterschätzungen noch höher. Die Apple-Aktie schwankte nach den Zahlen hin und her und gab schließlich im nachbörslichen Handel rund ein Prozent nach.

Im Visier der Wettbewerbshüter

Zum Ausblick auf das Gesamtjahr äußerte sich Apple nicht. Auch die zunehmende Regulierung in den USA und in der EU war bei der Zahlen-Präsentation kein Thema. Wegen des Monopols beim Vertrieb von Apps über das iPhone ist Apple ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Am 17. September steht Apple in Frankreich wegen der App-Store-Praktiken vor Gericht.