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Rekordumsatz für Chipkonzern Intel profitiert von Rechenzentren-Boom

Stand: 27.01.2022 10:54 Uhr

Die auch pandemiebedingt gestiegene Nachfrage nach Rechenzentren lässt den Umsatz des US-Chiphersteller Intel weiter steigen. Probleme bereiten dem Konzern die Kosten für den Ausbau der Chipproduktion und die Strategie von Apple. 

Der Chip-Hersteller Intel hat im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres trotz Lieferproblemen einen Rekordumsatz erzielt. Der Umsatz stieg von Oktober bis Dezember verglichen mit dem Vorjahr um vier Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar, teilte der größte Chipkonzern der USA mit. "Das vierte Quartal war ein großartiger Abschluss für ein großartiges Jahr", erklärte der Chef des US-Konzerns, Pat Gelsinger. Unterm Strich sank der Quartalsgewinn allerdings um 21 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar

Das Unternehmen nahm 2021 insgesamt 79 Milliarden Dollar ein, was rund 70 Milliarden Euro entspricht - ein Plus von einem Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr sank der Gewinn um fünf Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar.

Internet-Traffic steigt und steigt

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Intel waren die Zuwächse im Geschäft mit Chips für Rechenzentren. Der Bedarf an Kapazitäten in Rechenzentren steigt schon seit Jahren und in der Corona-Pandemie mit Videokonferenzen und mehr digitaler Unterhaltung beschleunigte sich das Wachstum noch weiter. Intel gehört zu den Anbietern, die davon profitieren. Der Quartalsumsatz in diesem Bereich legte um 20 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar zu.

Im Geschäft mit PC-Prozessoren sanken die Erlöse dagegen um sieben Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Der PC-Markt hatte in der Corona-Pandemie einen kräftigen Aufschwung erlebt - Ende vergangenen Jahres gab es aber einen Dämpfer, unter anderem wegen der globalen Komponenten-Engpässe. Intel hat zusätzlich das Problem, dass Apple bei immer mehr Modellen seiner Macbook-Computer auf Chips aus eigener Entwicklung umsteigt. Im Ergebnis setzte Intel im vergangenen Quartal insgesamt 26 Prozent weniger Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor ab.

Ausbau der Produktion ist teuer

Die Profitabilität wurde durch hohe Kosten für den Ausbau der Produktion belastet. Gelsinger zeigte sich aber entschlossen, die Milliarden-Investitionen voranzutreiben. Allein vergangene Woche kündigte Intel den Bau von zwei neuen Fabriken im US-Bundesstaat Ohio für mehr als 20 Milliarden Dollar an.

Zu Gelsingers Strategie gehört es, Intel verstärkt auch zu einem Auftragsfertiger zu machen, der neben eigenen Prozessoren Chips für andere Anbieter produziert. Der Konzern sucht aktuell nach einem Standort für eine neue Fabrik in Europa. Deutschland macht sich Hoffnungen auf einen Zuschlag. Der Konzern will in den nächsten Monaten eine Entscheidung treffen - auch abhängig vom Chip-Förderprogramm European Chips Act.

Auch zum aktuellen Chipmangel äußerte sich der Konzern. Er werde nach Einschätzung des Branchenriesen noch mindestens ein Jahr andauern. Die Engpässe dürften sich bis ins Jahr 2023 hinziehen, mit schrittweiser Besserung der Lage, sagte der Intel-Chef.