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Tarifverhandlungen IG Metall will Lohnplus von bis zu acht Prozent

Stand: 20.06.2022 16:41 Uhr

Die IG Metall will für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Lohnerhöhungen zwischen sieben und acht Prozent durchsetzen. Dies habe der Vorstand den Tarifbezirken empfohlen, sagte IG-Metall-Chef Hofmann.

In der Tarifrunde für die Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall sieben bis acht Prozent mehr Geld fordern. Eine entsprechende Empfehlung beschloss der Gewerkschaftsvorstand, wie der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann sagte. Es gehe dabei auch darum, die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger für den privaten Konsum zu erhalten. Breche der private Konsum ein, könne eine Rezession drohen.

Aus Sicht der Gewerkschaft ist es nach den zurückliegenden Corona-Abschlüssen angesichts der guten Auftragslage vieler Unternehmen und hoher Gewinne an der Zeit, dass die Löhne und Gehälter dauerhaft erhöht werden. Die hohe Inflation und rasant steigende Preise für Gas und Strom könne die Tarifpolitik aber nicht ausgleichen. Dazu sei ein weiteres Entlastungspaket der Bundesregierung nötig.

Neuer Tarifvertrag für zwölf Monate

Bei ihrer Forderungsempfehlung orientiert sich die IG Metall an Inflation und Produktivitätsentwicklung und rechnet angesichts hoher Gewinne großer Automobilkonzerne wie BMW und Mercedes eine Umverteilungskomponente hinzu. Der neue Tarifvertrag soll zwölf Monate laufen.

Die Empfehlung ist noch nicht die endgültige Forderung. Diese wird am 30. Juni in den regionalen Tarifkommissionen diskutiert. Dabei gehe es um eine konkrete Zahl innerhalb der Bandbreite von sieben bis acht Prozent, sagte Hofmann. Der Vorstand will die Forderung nach weiteren Diskussionen in den Tarifbezirken am 11. Juli beschließen.

Friedenspflicht bis Ende Oktober

Die Verträge für die Beschäftigten in den Kernbranchen der deutschen Industrie, zu denen unter anderem der Fahrzeugbau und der Maschinenbau zählen, laufen Ende September aus. Hofmann hofft, dass die Verhandlungen im November abgeschlossen werden können, wenn alles gut läuft. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober. Warnstreiks sind nach Ablauf möglich.

Der im vergangenen Jahr mit den Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen ausgehandelte Abschluss sah eine Corona-Prämie von 500 Euro und ein jährliches "Transformationsgeld" vor. Dieses sollte im Februar 2022 in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts gezahlt werden. Ab 2023 steigt es auf 27,6 Prozent und kann auch für Arbeitszeitverkürzungen genutzt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juni 2022 um 16:00 Uhr.